Flugtage
Ganz Wittinsburg steht Kopf

Der Verein Flugtage Wittinsburg veranstaltet ein Jahr nach dem tragischen Crash an den Dittinger Flugtagen eine Flugshow. Damit wird erstmals seit 15 Jahren im Oberbaselbiet wieder gestartet, geflogen und gelandet.

Simon Tschopp
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Breitling Wingwalker wird das Publikum an den Flugtagen Wittinsburg in den Bann ziehen.zvg

Breitling Wingwalker wird das Publikum an den Flugtagen Wittinsburg in den Bann ziehen.zvg

Ziemlich genau ein Jahr nach dem tragischen Unfall an den Dittinger Flugtagen mit einem Todesopfer organisiert der 2015 gegründete Verein Flugtage Wittinsburg eine Flugshow. «Dieses Ereignis können wir nicht völlig ausblenden. Es hatte Konsequenzen auf unseren Anlass», konstatiert Christoph Zumbrunn, der Präsident des Vereins Flugtage Wittinsburg, und zählt auf: strengeres Bewilligungsverfahren, Auflagen für eine detaillierte Risikoanalyse. «Wir gehen auf Nummer sicher und damit über die geltenden Mindestanforderungen hinaus», erklärt Zumbrunn.

Eines der beiden Flugzeuge stürzt gleich neben diesem Einfamilienhaus ab.
6 Bilder
Ein Flugzeug stürzt nach dem Zusammenstoss in der Luft in diese Scheune in Dittingen BL.
Der Pilot starb in den Trümmern.
Blick aus der Vogelperspektive auf die beiden Absturzstellen (Bildmitte und oben links).
Blick auf eine der beiden Absturzstellen.
Dittingen: Flugshow-Crash

Eines der beiden Flugzeuge stürzt gleich neben diesem Einfamilienhaus ab.

Leserfoto

Die Vorfreude auf den dreitägigen Anlass von Freitag bis Sonntag ist bei ihm gross. Nach einer Pause von 15 Jahren sind es die zwölften Flugtage, die in Wittinsburg durchgeführt werden. Premiere war 1934. Aus dem Wunsch, die Tradition aufzuleben, ist ein Verein aus der Taufe gehoben worden, der die Trägerschaft dieses Anlasses übernimmt.

«Super Connie» gleich zweimal

Präsident Christoph Zumbrunn kommt ins Schwärmen, wenn er über das vielseitige Programm spricht. Höhepunkte sein werden Breitling Wingwalkers, aus England kommend, und die Überflüge der Super Constellation. «Super Connie» ist zweimal in Wittinsburg zu sehen: Am Samstagvormittag und am Sonntagabend, wenn sie auf einem Rückflug über dem Festplatz drei Landeanflüge simuliert. Ein weiteres Highlight ist der Gelterkinder Akrobatikpilot David Oldani, der in einer Yak-52 seine atemberaubenden Künste zeigt.

Der heutige Freitag steht ganz im Zeichen der Segelflugzeuge, die für Passagierflüge zur Verfügung stehen. Ein Lastwagen mit Seiltrommel wird mit Kunststoffseil die Flugzeuge bis knapp 100 Meter in die Höhe ziehen und dann ausklinken. «Ein normales Verfahren», erzählt Zumbrunn.

Das Programm

Flugbetrieb

Freitag, 17 bis 22 Uhr
Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Rundflüge

mit Segelflugzeugen
Freitag, 17 bis 22 Uhr
Samstag, 12 bis 13 und 18 bis 22 Uhr
Sonntag, 12 bis 13 Uhr

mit Motorflugzeugen und Helikopter
Samstag und Sonntag, 10 bis 12 und 13 bis 18 Uhr

Festbetrieb

Freitag, ab 17 Uhr
Samstag, ab 10 Uhr
Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Weitere Attraktionen

- Fallschirmvorführungen

- Heissluftballonstarts

- Rega-Helikopter

- historische Flugzeuge

- Ausstellung Freunde alter Landmaschinen

Passagierflüge sind auch mit Motorflugzeugen möglich, und zwar am Samstag und Sonntag. Dazwischen finden Flugvorführungen mit Oldtimern statt. Die Piste auf dem Festgelände westlich von Wittinsburg ist von 250 auf 400 Meter verlängert worden. «Sie ist lang und eben genug, damit normale Sportflugzeuge starten und landen können», sagt Christoph Zumbrunn.

Samstags und sonntags ist Fly-In-Betrieb. Will heissen: Offener, temporärer Flugbetrieb nach Zeitplan; dafür mussten sich die Piloten beim Organisator anmelden. Professionelle Flugverkehrsleiter überwachen auf dem Kontrollturm das Geschehen. Als Ressortleiter Aviatik amtet ein Berufspilot.

6000 Zuschauer erwartet

Zumbrunn hofft auf Wetterglück: Für heute und Sonntag sieht es gut aus, für Samstag ist eine Schlechtwetter-Front vorausgesagt. Dies bereitet ihm jedoch keine Bauchschmerzen. «Wir lassen das auf uns zukommen, werden dann die Situation beurteilen und entscheiden», betont er. Die Organisatoren arbeiten mit einem Budget von gegen 100 000 Franken und rechnen mit 6000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Dass die Flugtage Wittinsburg zu einem echten Volksfest werden, dafür sorgen 14 Vereine aus dem Dorf sowie aus dem Homburger- und Diegtertal, die verschiedene Beizli führen.

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