Neubau
Gemeinde Oberwil will 20-Millionen-Franken-Schulhaus stemmen

Im Dezember sollen die Einwohner Oberwils für die neue Schulanlage Sägestrasse stimmen. Im Hebst 2015 soll der Neubau fertig sein. Der Gemeinderat setzt argumentativ auf eine neuartige Kosten- und Zeitgarantie.

Joel Hofmann
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Das Siegerprojekt der Maier Hess Architekten bietet Raum für die Musikschule Leimental, Doppelkindergarten und zwölf Primarschulklassen sowie einen Mittagstisch.

Das Siegerprojekt der Maier Hess Architekten bietet Raum für die Musikschule Leimental, Doppelkindergarten und zwölf Primarschulklassen sowie einen Mittagstisch.

Zur Verfügung gestellt

20 Millionen Franken lässt sich Oberwil die neue Schulanlage Sägestrasse kosten. Im Herbst 2015 soll der Neubau fertig sein und gegen 300 Schüler und 30 bis 50 Lehrpersonen beherbergen. Nebst Schulräumen der Primarstufe finden Doppel-Kindergarten, Mittagstisch und die grosse Musikschule Leimental im Neubau Unterschlupf. Eine Jury wählte die Projektidee der Maier Hess Architekten zum Sieger.

Heute zwischen 10 und 16 Uhr können sich Interessierte in der Wehrlinhalle selber ein Bild über die Projekteingaben machen. Die Präsentation aller Projekte sei der Transparenz wegen, sagt Gemeinderat Urs Hänggi. Am 7. November organisiert die Gemeinde eine öffentliche Infoveranstaltung, an der das Siegerprojekt detailliert vorgestellt wird.

Diese Veranstaltung ist wichtig, soll doch der Oberwiler Souverän an der Gemeindeversammlung (GV) vom 12. Dezember über den Baukredit für das Grossprojekt befinden. Hänggi ist optimistisch, hat doch die GV im Oktober 2010 einen Planungskredit bewilligt. Die Gemeinde rechnete damals mit 18 Millionen Franken - für Hänggi ist das nur eine minime Abweichung.

Sportplatz auf dem Dach

Auf dem Areal des heutigen Kindergartens Hüslimatt sollen zwei Gebäude gebaut werden. Ein mehrstöckiges Gebäude würde parallel zum Marbach liegen. Das andere ist zwar nur erdgeschossig, bietet aber ein begehbares Dach. Auf diesem soll ein Spiel- und Sportplatz entstehen.

Nimmt man die Kosten pro Kind, wird das Schulhaus teurer als der 70- Millionen-Neubau in Allschwil. Doch ein Unterschied und Kostentreiber ist die Musikschule. Schlagzeugübungsraum und Tanzsaal liegen nebeneinander. Der Schallschutz ist eine teure, bauliche Herausforderung. Dennoch spricht Architekt Alexander Maier von einem einfachen Bau. Ein vergleichbares Schulhaus in Zürich Altstetten sei zwar doppelt so gross, koste aber mit 90 Millionen dreimal so viel, weiss Maier.

Neuartige Ausschreibung

Der Preis ist ein Grund für den Gewinn der Ausschreibung. Der andere ist das Konzept: Das Projekt der Architekten Maier und Hess nutzt die Fläche effizienter als die Konkurrenz. Generell war die Art und Weise der Projektausschreibung neu für Oberwil. Denn: Die Architekten mussten zusammen mit einem Generalunternehmer ihr Projekt eingeben.

Das hat den Vorteil, dass der Endpreis genauer wird. Die Architekten können nicht kreativ herumspinnen, sondern müssen bereits bei der Planung das OK der Baufirma einholen. Somit bleiben der Bauherrin Oberwil preisliche Überraschungen erspart.

Eine weitere Neuerung ist, dass der zweite Teil der Ausschreibung nicht wie sonst üblich anonym verlief. So trafen sich Architekten und Bauunternehmer etwa mit der Lehrerschaft, um die Bedürfnisse der Pädagogen in die Planung miteinzubeziehen.

Für Maier ist klar, die Gemeinde ist mit seinem Projekt extrem günstig gefahren. Anteil daran hat das Planungsbüro Stokar und Partner, welches den Wettbewerb organisierte. Das Büro vom Ehemann der Gemeindepräsidentin Lotti Stokar hat eine «essenzielle Rolle» inne, wie Maier sagt. Das Büro ist Manager, Projektsupport und Bindeglied zwischen Gemeinde und Architekten. Die Gemeindepräsidentin ist beim Geschäft in den Ausstand getreten.