gesundheitsversorgung
Lokale Ärzte wollen nicht mit dem Laufner Gesundheitszentrum arbeiten

Medbase zieht sich aus dem Projekt in Laufen zurück. Das Kantonsspital Baselland wird das Zentrum im Birs Center beim Bahnhof alleine führen. Es soll im Verlauf des Jahres 2022 eröffnet werden.

Dimitri Hofer
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Gesundheitszentrum im Einkaufszentrum: Ins Birs Center beim Bahnhof wird 2022 das ambulante Zentrum einziehen.

Gesundheitszentrum im Einkaufszentrum: Ins Birs Center beim Bahnhof wird 2022 das ambulante Zentrum einziehen.

Juri Junkov / bz Zeitung für die Region

Es schien, die Arbeiten für das Regionale Gesundheitszentrum in Laufen schritten wie geplant voran. Vor einem knappen Jahr wurde die Kooperation des Kantonsspitals Baselland (KSBL) mit der Gesundheitsdienstleisterin Medbase verkündet. Erst im Januar informierten die beiden Partner, mit dem Einkaufszentrum Birs Center beim Laufner Bahnhof eine passende Lokalität gefunden zu haben.

Wie sich jetzt zeigt, lief hinter den Kulissen jedoch einiges nicht so, wie man sich das wünschte. Überraschend teilte das KSBL gestern mit, dass sich Medbase aus dem Projekt zurückzieht. «Das KSBL übernimmt die Führung und wird alleiniger Mieter der Flächen im Birs Center.» Die Projektarbeit der vergangenen Monate wird als «intensiv und erfolgreich» beschreiben. Beim ambulanten Gesundheitszentrum, das den Betrieb im Verlauf des Jahres 2022 aufnehmen soll, handelt es sich um die Nachfolgelösung für das Ende vergangenen Jahres geschlossene Laufner Spital.

Medbase konnte die Laufentaler Ärzteschaft nicht überzeugen

Zu den Gründen für den Rückzug von Medbase aus dem Gesundheitszentrum findet sich in der Mitteilung kein Wort. Fragt man aber nach, woran es gelegen hat, wird deutlich, was in Laufen schon länger gemunkelt wurde: Mit der Anwerbung der lokalen Ärzteschaft, beim Zentrum mitzuarbeiten, haperte es gewaltig.

«Medbase ist führend im Management ambulanter Zentren und in der haus- und familienärztlichen Grundversorgung.» Dabei sei die Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Ärzteschaft zentral, schreibt das Unternehmen mit Sitz in Winterthur auf Anfrage. Da beim Laufner Gesundheitszentrum die Partnerinnen und Partner vor Ort von einer Zusammenarbeit nicht überzeugt werden konnten, könne Medbase ihren Mehrwert nicht leisten. Differenzen zwischen den beiden Partnern habe es keine gegeben, versichern sowohl Medbase als auch das KSBL.

Am Angebot soll sich trotz Rückzug nichts ändern

Bis das Gesundheitszentrum im Birs Center eröffnet wird, bleibt dem KSBL noch Zeit. Eine Kooperation mit den ortsansässigen Ärzten spielt bei den Planungen des Zentrums eine wichtige Rolle. Was Medbase nicht geschafft hat, will das KSBL erreichen.

«Wir sind weiterhin offen für Kooperationen und werden den Dialog mit den Ärzten vor Ort erneut aufnehmen»,

erklärt KSBL-Sprecherin Astrid Minder auf Anfrage. Nun gelte es, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zu einer Partnerschaft zu bewegen. Vor den Verantwortlichen dürften herausfordernde Monate liegen.

Trotz des Rückzugs von Medbase soll sich an den dereinst im Gesundheitszentrum verfügbaren Dienstleistungen nichts ändern. «Durch die neue Ausgangslage fallen keine Angebote weg. Sie bleiben unverändert bestehen», betont Minder vom KSBL. «Das zukünftige medizinische Portfolio des Regionalen Gesundheitszentrums Laufen entspricht einem ganzheitlichen Versorgungsmodell mit ambulanten Angeboten der Hausarzt- und Familienmedizin, Therapien, Diagnostik inklusive Radiologie und Facharztsprechstunden in Spezialgebieten und Notfallversorgung mit medizinischer Betreuung rund um die Uhr.» Ebenso verbleibe der Rettungsdienst vor Ort, der die Rettungskette in die KSBL-Kliniken und Zentrumsspitäler garantiert.

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