Corona-Virus
Im Baselbiet wird der Zivilschutz aufgeboten - Metzger ärgert sich

Der Krisenstab Baselland benötigt zusätzliche Leute für logistische Unterstützung.

Simon Tschopp
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Zahlreiche Zivilschutz-Angehörige wurden aufgeboten. (Symbolbild)

Zahlreiche Zivilschutz-Angehörige wurden aufgeboten. (Symbolbild)

Nicht schlecht gestaunt haben zahlreiche Angehörige der Zivilschutzkompanie Ergolz, als sie gestern per SMS für einen Einsatz für kommende Woche aufgeboten worden sind. Dieser dauert von Montag bis Freitag. Die Leute würden beigezogen als logistische Unterstützung, erklärt Rolf Wirz vom Informationsdienst des Krisenstabs Baselland. «Wir benötigen Unterstützung, weil das medizinische Personal teilweise am Anschlag ist.»

Die Zivilschutzangehörigen werden eingesetzt, um bei Spitälern Zelte aufzustellen, Leute zu separieren und als Fahrer, um mobile Equipen zu transportieren. «Von den personellen Ressourcen her stehen wir stark unter Druck», so Wirz. Dieser schliesst nicht aus, dass noch mehr Hilfskräfte aufgeboten werden müssen, falls sich die Lage verschärft. Die Situation sei «extrem dynamisch», wie das Ganze überhaupt. Die Kurzfristigkeit des Aufgebots sei durch das Ereignis bedingt, begründet das Mitglied des Krisenstabs und betont: «Wir können nicht Wochen im Voraus ein Aufgebot schicken wie üblich.» Ob noch weitere Zivilschutzkompanien aufgeboten worden sind, kann Rolf Wirz nicht sagen.

Martin Zimmermann von der gleichnamigen Metzgerei in Gelterkinden ist «echt sauer». Einer seiner Mitarbeiter hat ein Aufgebot erhalten. Die Kurzfristigkeit sei inakzeptabel. Es bestehe schliesslich keine Notsituation. «Im Militär bestreitet man normalerweise solche Übungen, nachdem die Leute eingerückt sind, und nicht, wenn man die Leute einfach einzieht.» Innert dreier Tage sollte er nun alle Pläne auf den Kopf stellen, enerviert sich Zimmermann, der auch Präsident des Metzgermeisterverbands Baselland ist.

«Ein Mitarbeiter kurzfristig weg im Zivilschutz, zwei fallen unfallbedingt aus, und einer ist in den Ferien. Wir sind am Limit – und das nach einer noch unverdauten Fasnacht.» Jetzt komme noch der Kanton und mache eine solche Übung, «das geht einfach nicht». Vielleicht habe es noch Selbstständigerwerbende darunter, die nun Aufträge verschieben müssten, mutmasst Zimmermann.

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