Heissmetall
Jetzt schwitzen sogar Gebäude: Schulhaus wird länger und länger

Das Schulhaus Gartenhof in Allschwil hat eine Fassade aus Metall. Die derzeitige Gluthitze ist auch für diese Aluminium-Rohre zum aus der Haut fahren.

Benjamin Wieland
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Die vorgehängte Fassade des Primarschulhauses Gartenhof: Bei warmen Temperaturen dehnen sich die Rohre, es entstehen Fugen.

Die vorgehängte Fassade des Primarschulhauses Gartenhof: Bei warmen Temperaturen dehnen sich die Rohre, es entstehen Fugen.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Im September feiert das Schulhaus Gartenhof in Allschwil Geburtstag. Es ist dann ein Jahr alt. Highlight des Neubaus ist die Fassade aus bunten Aluminium-Rohren. Wie Bänder umwickeln sie die beiden Baukörper. Die derzeitigen heissen Temperaturen machen der Fassade aber zu schaffen. Das ist buchstäblich zu verstehen: Das Metall arbeitet, dehnt sich aus.

So haben sich an den Eckstücken der Rohre Fugen gebildet. Einige Spalten sind grösser als einen Zentimeter, andere Röhren gehen weiterhin nahtlos aneinander über. «Was ist da los?», fragte sich am Dienstagabend auch der eine oder andere Einwohnerrat. Das Ortsparlament war im Herbst ebenfalls ins neue Schulhaus gezügelt, seither hält es im grossen Saal seine Sitzungen ab.

Aluminium dehnt sich stark aus

«Die Fassadenrohre sind ineinandergesteckt, aber so, dass immer etwas Platz für die Längenausdehnung bleibt», sagt Gemeinderat Christoph Morat (SP). Er ist für den Hochbau zuständig, hat das Neubauprojekt von den ersten Plänen bis zur Einweihung begleitet.

«Im Winter passiert dann das Gegenteil: Dann zieht sich das Material zusammen. Von daher ist es wichtig, dass die Fassade einen gewissen Bewegungsspielraum hat.»

Aluminium besitzt im Vergleich zu anderen Feststoffen einen relativ hohen Ausdehnungskoeffizient. Die Differenz zwischen einer Frostnacht und einem sonnigen Tag im Hochsommer ist beträchtlich. Ein zehn Meter langes Rohr wächst und schrumpft bei grossen Temperaturunterschieden rund einen Zentimeter.

Garantie wäre noch gültig

Bisher habe die Fassade aber keinen Grund zur Klage gegeben, sagt Morat. «Auch sonst hat sich das Schulhaus bisher im Betrieb bewährt, abgesehen von den zu erwartenden und üblichen Kinderkrankheiten.»

Gebaut wurde das Primarschulhaus zwischen 2014 und 2016, es kostete rund 64 Millionen Franken. Unterrichtet werden im Gebäude gegen 450 Kinder auf Primarschulstufe.

Falls sich doch herausstellen sollte, dass mit den Rohren etwas nicht in Ordnung ist, müssen dafür die Verantwortlichen gerade stehen. Bei Baumängeln beträgt die Garantiezeit zwei Jahre ab Übergabe. Bei versteckten Mängeln sind es sogar fünf Jahre.