Pratteln
Kater Charlie und Jimmy erholen sich von der Wohnhaus-Explosion

Wegen der Explosion eines Mehrfamilienhauses in Pratteln vom Samstag, 14.April, die acht Verletzte gefordert und grossen Sachschaden verursacht hat, leiden auch Haustiere.

Simon Tschopp
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Im Körbchen: Charlie

Im Körbchen: Charlie

Die sechsjährigen Kater Charlie und Jimmy, beide vom gleichen Wurf, erholen sich momentan im «Katzehuus» Pratteln und können bald zu ihrer Besitzerin zurückkehren.

Charlie sei nach der Explosion geschockt gewesen und habe stark geatmet, berichtet Anja Pignataro, die das «Katzehuus» leitet. «Er hatte erweiterte Pupillen, ein Zeichen von Stress.» Als sich dies nicht verändert habe, habe sie am Montag, einen Tag nach Heimeintritt, den Tierarzt konsultiert, erzählt Pignataro weiter. Nach einer Valium-Spritze und einer Infusion ging es dem rot-weiss getigerten Charlie wieder besser.

Dessen Bruder Jimmy, ein roter Tiger, wurde kurz nach dem schrecklichen Ereignis vermisst. Die Inhaberin des beschädigten Hauses hängte Flyer auf und machte so auf den verschwundenen Kater aufmerksam. Dieser tauchte erst fünf Tage nach der Explosion auf und tappte auf den Trümmern des zerstörten Hauses herum. Die Hausbesitzerin fing Jimmy ein und übergab ihn dem «Katzehuus».

«Die beiden sind sehr scheu. Für sie war diese Explosion deshalb ein doppelter Stress», sagt Anja Pignataro. Und sie seien unzertrennlich, was bei zwei Katern eher selten vorkommt. Charlie und Jimmy sind immer in einem Körbchen.

Zweimal täglich erhalten sie Notfalltropfen; sie sind auf gutem Weg und erholen sich langsam. Die Kater werden von ihrer Besitzerin, deren Wohnung bei der Explosion stark beschädigt worden ist, jeden zweiten Tag besucht. Die Frau kann bald eine neue Wohnung beziehen, muss aber alles kaufen; sie hat Hab und Gut verloren. Die unzertrennlichen Kater, typische Wohnungs- und keine Freilaufkatzen, können voraussichtlich nächste Woche zu ihrer Besitzerin zurück.

Die «Katzehuus»-Leiterin kennt Charlie und Jimmy schon von Ferien von früher her. Diesmal weilen die Tigerli längere Zeit im Tierheim. Mit der Zeit schliesse man Tiere ins Herz. «Dann mag es mich, wenn sie gehen», beschreibt Pignataro ihre Gefühle.

Anja Pignataro ist seit ihrer Kindheit mit dem «Katzehuus» Pratteln verbunden. Schon ihre Mutter leitete diese Institution, in der Anja Pignataro inzwischen seit über 20 Jahren tätig ist. 2008 übernahm sie die Leitung. Derzeit beherbergt das Prattler Tierheim etwa 15 Katzen, während der Sommerferien können es an Wochenenden schon mal gegen 100 sein.