Gelterkinden
Komitee kämpft gegen Referendum: «Tempo 30 macht nicht halt vor Parteigrenzen»

In Gelterkinden wird die Gruppe «Ja zu Tempo 30» aktiv. Das Komitee will dem Willen der Gemeindeversammlung auch in der Urnenabstimmung zum Durchbruch verhelfen.

Simon Tschopp
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«Praktisch alle grossen und auch viele kleine Baselbieter Gemeinden haben bereits Tempo 30 eingeführt und schätzen den Gewinn an Wohn- und Lebensqualität», erklärt Spinnler. (Symbolbild)

«Praktisch alle grossen und auch viele kleine Baselbieter Gemeinden haben bereits Tempo 30 eingeführt und schätzen den Gewinn an Wohn- und Lebensqualität», erklärt Spinnler. (Symbolbild)

Keystone

Gegen flächendeckendes Tempo 30 auf Gemeindestrassen sind am vergangenen Freitag die letzten Unterschriftenbogen bei der Gelterkinder Gemeindeverwaltung eingegangen. Die Anzahl der gültigen Unterschriften – über 800 hat das Referendumskomitee gesammelt – dürfte diese Woche kommuniziert werden. Schon meldet sich ein Ja-Komitee für Tempo 30 und will damit dem «klaren Willen» der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember auch in der Urnenabstimmung zum Durchbruch verhelfen.

Keine Überraschung fürs Ja-Komitee

Das Ja-Komitee ist breit aufgestellt und überparteilich. Es wird nicht nur von der SP Gelterkinden getragen. «Tempo 30 macht nicht halt vor Parteigrenzen», sagt Annemarie Spinnler, Mitglied des dreiköpfigen Leitungsteams des Komitees. Die SP-Ortssektion hatte vor gut drei Jahren eine Petition für Tempo 30 eingereicht und damit den ganzen Prozess ins Rollen gebracht. Gelterkinden würde mit Tempo 30 keine Pioniertat vollbringen, sondern hinke hintendrein. «Praktisch alle grossen und auch viele kleine Baselbieter Gemeinden haben bereits Tempo 30 eingeführt und schätzen den Gewinn an Wohn- und Lebensqualität», erklärt Spinnler. Ihr Komitee setze auf Prävention, sie wollten nicht warten, bis ein Unfall geschehe.

Dass das Referendum zustande kommt, ist fürs Ja-Komitee keine Überraschung. Der Urnengang erfolgt voraussichtlich am 7. März. Annemarie Spinnler betont: «Wir wollen unsere Gemeinde nicht spalten, sondern fair und anhand gesicherter Fakten argumentieren.» Ziel des Komitees ist, Quartier- und Dorfstrassen, auf denen heute immer noch Tempo 50 gilt, zu beruhigen.

Abstimmung in Maisprach, Petition in Bubendorf

Durch verbesserte Sicherheit und weniger Lärm erhöhten sich auch die Wohnqualität und Standortattraktivität Gelterkindens. «Weil alle Gemeindestrassen recht kurz sind, führt die moderate Geschwindigkeitsreduktion für Autofahrende zu keinem spürbaren Zeitverlust», zeigt sich das Ja-Komitee in einer Mitteilung überzeugt.

Ende des vergangenen Jahres wurde in Maisprach das Referendum gegen Tempo 30 eingereicht, zu dem die Gemeindeversammlung im November Ja gesagt hatte. Der Abstimmungstermin ist noch offen. In Bubendorf übergab eine Gruppe Ende Dezember dem Gemeinderat eine Petition für Tempo 30 auf Quartierstrassen. Diese haben 815 Personen unterzeichnet; die Unterschriften sind bloss innert dreier Wochen gesammelt worden.

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