Freizeit
Mountainbiker sollen im Baselbiet eigenes Streckennetz bekommen

Die Baselbieter Regierung will das generelle Mountainbike-Verbot auf kleineren Wegen lockern: Durchgehende Routen in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung sollen im kantonalen Richtplan aufgenommen werden.

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Die Mountainbiker im Baselbiet sollen ein kantonales Streckennetz bekommen (Symbolbild).

Die Mountainbiker im Baselbiet sollen ein kantonales Streckennetz bekommen (Symbolbild).

Keystone

Die Kantonsregierung will auf bereits festgelegten lokalen Strecken ein kantonales und regionales Mountainbike-Streckennetz einrichten. Der Regierungsrat reagiert damit einerseits auf die Petition «Wanderwege für Mountainbiker» des schweizerischen Radfahrer-Bunds Swiss Cycling, andererseits auf ein Postulat von Felix Keller von 2010, das «ein Konzept für eine Nutzung von Wald und Flur» fordert.

Konfliktpotential senken

Anlass beider Postulate sind laut Regierung die vielen unterschiedlichen Interessen der Gesellschaft im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten in der Natur. Vor allem die Mountainbiker nehmen demnach Anstoss an den Bestimmungen des kantonalen Waldgesetzes, welches das Radfahren nur auf befestigten Waldstrassen erlaubt und im übrigen Wald verbietet.

Der Regierungsrat ist sich laut eigener Aussage einerseits der «wachsenden Bedeutung der Freizeitnutzung in der attraktiven Landschaft des Kantons» sowie deren Bedeutung für die Standortattraktivität bewusst, weist andererseits aber auch auf die Auswirkungen auf die Natur und seine Verpflichtung zur Nachhaltigkeit hin.

Mit dem geplanten Streckennetz will der Regierungsrat nun das Konfliktpotential senken, das nicht nur zwischen Nutzer und Wald, sondern auch aus den unterschiedlichen Interessen der Nutzer selbst entsteht. Dieses Anliegen ist Teil des Regierungsprogramms 2012-2015.

Netzpflege wie bei Wanderwegen

Der Kanton will dazu im Kantonalen Richtplan die rechtliche und planerische Grundlage für ein kantonales und regionales Bike-Streckennetz mit durchgehenden Routen in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung schaffen. Lokale Strecken seien bereits im Rahmen der Waldentwicklungspläne festgelegt worden; allfällige Lücken im Netz würden unter Einbezug der Gemeinden, der Grundeigentümer und der involvierten Verbände geschlossen.

Für die Signalisation und den Unterhalt des Netzes wünscht sich der Regierungsrat eine Lösung wie beim Wanderwegenetz, wo der Verein «Wanderwege beider Basel» den Unterhalt mit finanzieller Unterstützung des Kantons organisiert.

Um die Nutzung von Wald und Flur zu koordinieren, wie Landrat Keller es fordert, will der Kanton auf der Basis des Runden Tisches Sport und Natur eine Kommission einsetzen; sie soll als ersten Auftrag eine «Charta» entwerfen, die in einem Mitwirkungs-Prozess über die gemeinsame Nutzung des Naherholungsraumes entwerfen soll. (bz)

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