«2 × Weihnachten»
Nach dem Fest ist vor dem Fest – das SRF-Team war in Liestal

In Liestal trug die Bevölkerung Hunderte Geschenkpakete für Bedürftige zusammen. Die Hälfte der gesammelten Geschenke bleibt in der Schweiz, die andere Hälfte wird nach Bosnien-Herzegowina, Armenien, Weissrussland und Moldawien geliefert.

Sebastian Schanzer
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SRF-Moderatorin Sandra Schiess nimmt ein schweres Paket von einer Spenderin entgegen.

SRF-Moderatorin Sandra Schiess nimmt ein schweres Paket von einer Spenderin entgegen.

Martin Toengi

Zielsicher strebten gestern junge wie alte Menschen mit einem Paket unter dem Arm zur Rathausstrasse in Liestal. Die meisten mit einem Blick, als hätten sie eine Mission zu erfüllen. Ziel war der Stand von Radio SRF 1 vor dem Rathaus, wo bekannte Moderatoren des Senders die Pakete dankend entgegennahmen und damit einen Lastwagen der Post beluden.

Ein grosser Zählstand zeigte zu jedem Zeitpunkt an, wie viel Geschenke bisher abgegeben wurden. «Unser Ziel ist es, 200 Pakete zusammenzubringen», sagte SRF-Produzentin Ladina Spiess am frühen Nachmittag. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 198 Päckli registriert.

SRF-Moderatoren sammeln

Die Veranstaltung in Liestal fand im Rahmen der laufenden Sammelaktion «2 × Weihnachten» statt, die es der Bevölkerung ermöglicht, Pakete an bedürftige Menschen im In- und Ausland zu verschenken.

Vom 24. Dezember bis zum 9. Januar können Spenderinnen und Spender ihr Geschenk zum nächstgelegenen Postschalter bringen und dieses kostenlos dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) zukommen lassen.

An drei Tagen bietet Radio SRF 1 zusätzliche Unterstützung, indem bekannte Moderatoren und Moderatorinnen die Pakete an einem Stand persönlich entgegennehmen.

Die Hälfte der bis zum 9. Januar gesammelten Geschenke bleibt in der Schweiz, die andere Hälfte wird nach Bosnien-Herzegowina, Armenien, Weissrussland und Moldawien geliefert.

Die Sammelaktion «2 × Weihnachten»

Das Rote Kreuz (SRK), die SRG und die Post führen diese Sammelaktion bereits zum 19. mal durch. Zwischen dem 24. Dezember und dem 9. Januar können an jeder Schweizer Poststelle Geschenkpakete gratis abgegeben werden. In Liestal, Aarau und Herisau gibt es zusätzlich einen Tag, an dem Moderatorinnen und Moderatoren von SRF 1 die Pakete persönlich entgegennehmen.

Die gesammelten Pakete werden von der Post in das Logistikzentrum des SRK in Wabern geliefert, wo rund 1000 Freiwillige die Geschenke innerhalb von zwei Monaten sortieren. Dabei wird jedes einzelne Päckchen geöffnet. Danach wird die eine Hälfte an bedürftige Einzelpersonen, Familien und soziale Institutionen in der Schweiz verteilt, die andere Hälfte kommt mithilfe des SRK an bedürftige Menschen in Bosnien-Herzegowina, Armenien, Weissrussland und Moldawien. Für die Verteilung im Inland sind die Kantonalverbände des SRK verantwortlich.

Wer einfach nur Geld spenden will, kann dies auch online tun unter: www.2xweihnachten.ch

«Ich komme selbst aus einer armen Familie mit zehn Kindern», sagt ein Mann mit einem grossen Paket unter dem Arm. «Wir waren immer froh, wenn wir von den Nachbarn Unterstützung bekamen.

Deshalb möchte ich jetzt, da es mir gut geht, ebenfalls mit ärmeren Menschen teilen.» In sein Paket hat er Lebensmittel, Socken und Kinderschuhe gesteckt. Eine ältere Frau kommt gleich mit mehreren Paketen zum Stand. Sie ist einigen Moderatoren bereits bekannt und sei stets besorgt, dass in Liestal zu wenig gespendet werde.

Davon konnte gestern allerdings keine Rede sein. Das ursprünglich anvisierte Ziel von 200 Paketen war am Nachmittag bereits überschritten. Auf der Website des Projekts ist zu lesen, welche Geschenke willkommen sind. Neben Schulmaterial, Hygieneartikeln und Konserven sind auch Kinderschuhe gern gesehen. Der Bedarf an Kleidern sei allerdings durch die Altkleidersammlung bereits gedeckt.

Schön für alle Beteiligten

Von der gemeinnützigen Sammelaktion profitieren indes auch die engagierten Moderatoren, wie Quizmaster Mike La Marr sagt: «Für uns ist es eine schöne Gelegenheit, unseren Hörern einmal in die Augen zu sehen und mit ihnen ein wenig zu plaudern. Ich spüre dabei sehr viel Goodwill von den Leuten.»

Und auch der eine oder andere Laden in der Rathausstrasse freute sich über die Spendierfreudigkeit der Liestaler Bevölkerung. Einige Spender und Spenderinnen entschlossen sich spontan dazu, ein Paket beizusteuern.

«Ein Passant kam zu uns und fragte, ob es o.k. sei, wenn er in den Schuhladen nebenan ginge und einige Pärchen Schuhe kaufe», erzählt SRF-Produzentin Spiess. Sie freute sich am Ende des Tages über 309 Pakete. «Die Liestaler Bevölkerung ist grosszügig – das kann man schon sagen.»

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