Naturschutzpreis
Bescheiden, aber beharrlich: Pro Natura Baselland ehrt Daniel Schmutz

Der Sissacher Daniel Schmutz erhält den Naturschutzpreis 2021 von Pro Natura Baselland. Er wird für sein Engagement im Natur- und Umweltschutz ausgezeichnet.

Simon Tschopp
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Preisträger Daniel Schmutz präsentiert seine Urkunde.

Preisträger Daniel Schmutz präsentiert seine Urkunde.

Nicole Nars-Zimmer

Seine Ader für Naturschutz muss Daniel Schmutz in die Wiege gelegt worden sein. Der Träger des diesjährigen Naturschutzpreises von Pro Natura Baselland ist ob Läufelfingen auf dem Hof Rotacker aufgewachsen, umgeben von Tieren, Natur und einer idyllischen Landschaft. Die Organisation richtete diese Ehrung zum 35. Mal aus. Seit 1984 werden Persönlichkeiten oder Institutionen öffentlich ausgezeichnet für ihr Engagement im Natur- und Umweltschutz im Kanton Baselland.

«Daniel ist ein gutes Beispiel für jemanden, der am Karren reisst und seine Ideen beharrlich von deren Geburt bis zur Umsetzung verfolgt»,

sagte Thomas Zumbrunn, Co-Geschäftsführer von Pro Natura Baselland, am Montag an der Preisverleihung in der Oberen Fabrik in Sissach. Schmutz ist seit gut 22 Jahren Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Heimatschutz Sissach, seit kurzem deren Co-Präsident. Zusammen mit diesem Verein macht er sich nicht nur für den Naturschutz, sondern auch im Bereich Denkmal- und Heimatschutz stark. Er ist zudem Gründungsmitglied des Vereins Baselbieter Feldscheunen.

Getrimmt auf Natur- und Umweltschutz

Der heute 59-jährige Daniel Schmutz, der in Sissach wohnt, lernte Bäcker-Konditor. Er arbeitete jedoch nie in diesem Beruf. Mitte der Achtzigerjahre absolvierte er eine zweite Lehre als Chemielaborant. Danach trat er eine Stelle beim Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie an, wo er noch heute tätig ist. Sein Schwerpunkt liegt beim Schutz des Bodens. So ist Schmutz, der sich stets weitergebildet hat, auch beruflich mit dem Natur- und Umweltschutz verbunden. Regierungsrat Isaac Reber, der mit Schmutz sei langem in vielfältiger Weise verbunden und beim Kanton nun sein oberster Chef ist, würdigte die grossen Verdienste des bescheidenen Preisträgers.

Die Präsidentin von Pro Natura Baselland, Meret Franke, sagte in ihrer Laudatio:

«Dani wird von einem grossen Netzwerk getragen, das für die Umsetzung von Projekten entscheidend ist. Er hat das Talent, ein Team um sich zu scharen, in welchem jedes Mitglied seine individuellen Stärken einsetzen kann.»

Er halte die Fäden in der Hand, ohne die Aktiven zu bremsen. Daniel Schmutz habe zusammen mit seinem Verein über einen längeren Zeitraum einen wirksamen Beitrag für den Natur- und Umweltschutz erbracht, so Franke weiter. Er ist ein Anhänger von Archiven, erfasst und dokumentiert alles fein und säuberlich.

Bald wird noch eine Sommerlinde gepflanzt

Der Naturschutzpreis von Pro Natura Baselland besteht neben der öffentlichen Verleihung und einer Urkunde aus einem für den Geehrten gepflanzten Baum. Schmutz wünscht sich eine Sommerlinde, die im Spätherbst gesetzt wird.

In seiner Dankesadresse erklärt der Träger des Preises, dass dieser für ihn eine «grosse Ehrbezeugung und Anerkennung» sei. Die Auszeichnung komme auch kommunalen Naturschutzvereinen und vielen anderen Leuten zu, die sein Engagement teilten.

Die wilden Jahre

Schmutz nahm früher an Demonstrationen gegen die geplanten AKW in Kaiseraugst und Gösgen teil, war bei den Jugendunruhen in Basel, Zürich, Bern und Biel dabei. Auch Besuche an Punk-Konzerten gehörten damals dazu. Nach der Rekrutenschule brach er noch vor dem ersten WK mit der Armee. Deshalb musste er mehrere Monate die Nächte hinter Gittern und Tage beim Rüsten von Gemüse in einer Altersheimküche verbringen. So rebellisch wie früher sei er zwar nicht mehr, «aber ich habe immer noch eine Meinung», betonte Daniel Schmutz nach der Preisverleihung gegenüber der bz.

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