Widerstand
Pedition: Politpromis mobilisieren gegen Verkauf von Schlösser

Seit Anfang Juni ist bekannt, dass der Kanton im Rahmen des Entlastungspakets die Schlösser Bottmingen und Wildenstein abstossen will. Jetzt regt sich Widerstand: Die «Aktionsgruppe Wildenstein/Schloss Bottmingen» lanciert eine Petition.

Anna Wanner
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«Nicht verkaufen!» Nachdem bereits am Mittwoch die «Burgenfreunde beider Basel» in einem offenen Brief vor dem Verscherbeln der Schlösser warnte, zeichnet sich nun mit den ersten 100 Unterschriften ein breiter Widerstand ab. Aus dem links-grünen Lager unterstützen nationale Politiker wie Maya Graf oder Claude Janiak die Forderung. Aber auch Altregierungsrat Erich Straumann von der SVP hat die Petition bereits unterschrieben.

Verkauf nicht in Stein gemeisselt

Gerhard Läuchli ist als Leiter des Amts für Liegenschaftsverkehr für den Verkauf von kantonalen Immobilien zuständig. Er betont, dass der Kanton die Bevölkerung ernst nehme. Doch am Ende vertrete das Parlament die Bevölkerung und entscheide über das Entlastungspaket.

Roger Wenk hat das Entlastungspaket zu bündeln. Der Leiter der Abteilung Finanz- und Volkswirtschaft zieht auch die Regierung in die Verantwortung: «Der Verkauf der Schlösser ist bloss eine der Möglichkeiten, den Kanton von den Unterhaltskosten zu befreien.» Das Ziel sei, die Staatsfinanzen zu entlasten. «Wir lassen uns gerne belehren, wenn es gescheitere Lösungen gibt.» Konkret könnte eine Trägerschaft für die Unterhaltskosten einspringen.

Hans Rudolf Tschopp, der die Petitionäre anführt, würde eine potente Stiftung begrüssen, die sich anstelle des Kantons für den Unterhalt sorgt. Er weiss aber, dass dieser Weg kein einfacher ist: «Bereits beim Kauf des Schlosses und Hofguts Wildenstein vor 20 Jahren hat man einen Stifter gesucht.» Die Interessenten seien am Ende aber alle abgesprungen. «Wieso weiss ich nicht», sagt Tschopp, der als ehemaliger Leiter des Amts für Liegenschaftsverkehr mit der Angelegenheit betraut war.

Russische Oligarchen unerwünscht

Gerhard Läuchli, ein Nachfolger von Tschopp, sagt aber: «Wir haben Signale von Dritten erhalten, dass Interessen vorhanden sind.» Doch als Käufer eines Schlosses kommt gemäss Läuchli eigentlich nur ein spezieller Liebhaber infrage, der nicht nur Geld aufbringt, um das Schloss zu kaufen, sondern auch, um es zu unterhalten. Hinzu kommt ein historisches und kulturelles Interesse. Denn: «Die denkmalpflegerischen Auflagen sind streng. Der neue Besitzer darf nicht einfach Böden rausrupfen oder die Mauern verändern.»

Die Petitionäre fordern den Kanton auf, Wildenstein und Bottmingen aus dem Entlastungspaket zu streichen. Der Verkauf schade dem Baselbiet und dem Ansehen des Kantons in der Schweiz. Die Schlösser «sind eindeutig nicht die Ursache für die finanziellen Schwierigkeiten unseres Kantons», heisst es in der Petition weiter. Ausserdem wolle man «weder russische Oligarchen noch arabische Scheichs» auf den Schlössern. Läuchli beschwichtigt: «Ein Käufer, der das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich macht, hat Priorität.» Und überhaupt: «Wir springen nicht aufs nächst beste Angebot auf.»

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