Pratteln
Neuer Verwaltungsbau: Einwohnerrat hat Angst vor dem Scheitern

Der Prattler Einwohnerrat hat das 25-Millionen-Projekt neue Gemeindeverwaltung noch gar nicht richtig behandelt. Aber schon macht er sich Sorgen, das Volk könnte pauschal Nein sagen.

Michel Ecklin
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So stellen sich die Planer die neue Gemeindeverwaltung in Pratteln vor.

So stellen sich die Planer die neue Gemeindeverwaltung in Pratteln vor.

Visualisierung: Zvg

Es wird vermutlich einige Zeit vergehen, bis die Prattler Stimmberechtigten über den Neubau ihrer Gemeindeverwaltung abstimmen. Noch ist unklar, ob nur die Verwaltung für voraussichtlich 22,5 Millionen Franken erstellt oder zusätzlich eine Bibliothek angebaut wird, für 2,5 Millionen mehr.

Doch bereits jetzt bereitet sich das politische Pratteln auf einen schwierigen Abstimmungskampf vor. Das wurde im Einwohnerrat deutlich, der die Vorlage des Gemeinderats am Montag zum allerersten Mal behandelte.

Erfahrungen aus Münchenstein und Birsfelden färben ab

Es war offensichtlich: Auch in Pratteln hat es Spuren hinterlassen, dass im Baselbiet in den vergangenen Monaten einige grössere Bauprojekte an der Urne gescheitert sind, etwa Van Baerle in Münchenstein oder das Zentrum in Birsfelden.

In Pratteln scheiterten seit den Nullerjahren einige Ideen für eine neue Verwaltung, auch an der Urne. Gemeinderat Philipp Schoch (Unabhängige/Grüne) sagte:

«Wir haben schon mal vor dem Volk verloren, das muss nicht nochmals sein.»

Sowohl Rechts als auch Links schworen sich darauf ein, dass man nicht wieder vor einem Scherbenhaufen stehen dürfe. «Das Thema ist heikel», sagte Urs Schneider (SVP) mit Blick auf die Erfahrungen in Birsfelden und Münchenstein. «Wenn die Leute mobilisieren, fällt das Projekt zusammen.»

Verwaltungsneubau soll «Dorfgespräch» werden

Deshalb herrschte Konsens, dass es jetzt nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bevölkerung eine breite Diskussion brauche. «Die neue Verwaltung muss zum Dorfgespräch werden», meinte etwa Paul Dalcher (parteilos). Die Alternativen lauteten:

«Debatte oder Debakel.»

Mehrere Parlamentarier riefen dazu auf, ein Projekt zu erarbeiten, «hinter dem wir alle stehen können», wie es Didier Pfirter (FDP) formulierte. «Wir müssen Einigkeit zeigen.»

Nicht ganz so einig zeigte sich der Rat allerdings schon mal über das weitere Vorgehen. Gerade mal eine Stimme gab den Ausschlag, dass sich jetzt eine Spezialkommission – und nicht die reguläre Bau- und Planungskommission – in das Geschäft vertieft.