Pratteln
Salina-Raurica-Tram: Jetzt setzt sich auch ein Komitee für die Verlängerung ein

Am 13. Juni 2021 stimmt das Baselbieter Stimmvolk über die Verlängerung des 14er-Trams nach Salina Raurica ab. Im frisch gegründeten Pro-Komitee tummelt sich einiges an Polit-Prominenz.

Benjamin Wieland
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Visualisierung der neuen Trambrücke über die A2 in Pratteln. Danach würde der verlängerte 14er bis ins Längi-Quartier fahren, die Endstation wäre an der Grenze zu Augst.

Visualisierung der neuen Trambrücke über die A2 in Pratteln. Danach würde der verlängerte 14er bis ins Längi-Quartier fahren, die Endstation wäre an der Grenze zu Augst.

Visualisierung: BUD BL

Das Projekt der Verlängerung des 14er-Trams nach Salina Raurica erhält politischen Support. Ein frisch gegründetes überparteiliches Komitee mit dem Namen «Ja zur Tramverlängerung 14» hat sich am Freitag erstmals zu Wort gemeldet - und führt gewichtige Unterstützerinnen und Unterstützer auf.

Es gebe mehrere überzeugende Argumente für das Projekt, schreibt Tram 14 Ja. Dazu gehörten etwa die nachhaltige Erschliessung des Gebiets mit öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch die «lang ersehnte Weiterführung der Linie 14 bis Augst, die bessere Anbindung des Bahnhofs Pratteln und der Quartiere Grüssen, Längi und Netziboden untereinander sowie die Entflechtung des Verkehrs». Nicht zuletzt werde die verlängerte Tramlinie Basel-Stadt mit den Agglomerationsgemeinden Pratteln und Augst verbinden «und damit auch die Anbindung an den Rhein ermöglichen.»

Gegner befürchten Wegfall des letzten Ackerlands im Gebiet

Das Co-Präsidium bilden Gemeindevertreter, aber auch zahlreiche Parlamentsmitglieder. Es sind, neben den Gemeindepräsidenten von Pratteln, Stephan Burgunder und Augst, Andreas Blank, auch die Landratsmitglieder Miriam Locher (SP), Béatrix von Sury d'Aspremont (CVP), Stephan Ackermann (Grüne), Urs Kaufmann (SP) und Andi Trüssel (SVP) sowie Ständerätin Maya Graf (Grüne) und Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.

Als weitere Unterstützer zählt Tram 14 Ja auf: BLT-Direktor Andreas Büttiker, Stephan Appenzeller, Präsident der IG ÖV, sowie den Gemeindepräsidenten von Arboldswil, Johannes Sutter. Es hätten sich bereits weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hinter das wichtige Infrastrukturprojekt gestellt, so das Komitee weiter.

Der Landrat hatte am 3. Dezember 2020 das Geschäft Ausgabenbewilligung und vorgezogener Landerwerb betreffend Salina Raurica, Tramverlängerung 14 bewilligt. Gegen den 17-Millionen-Franken-Kredit erhob die Aktionsgruppe Aapacke Pratteln das Referendum. Am 25. Januar reichten die Verlängerungsgegner in Liestal 3131 Unterschriften ein, fast doppelt so viele wie notwendig. Das Referendum hatte die Gruppe schon vor dem Landratsbeschluss angekündigt.

Stimmrechts-Beschwerde ist noch hängig

Aapacke Pratteln wehrt sich nicht explizit gegen die Weiterführung des Trams, sieht derzeit aber keinen anderen Hebel. Es argumentiert vielmehr, es handle sich bei Salina Raurica um die letzte landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Rheinebene in Pratteln, das Land dürfe keiner «Riesen-Überbauung mit 1500 Wohnungen und Gewerbe» geopfert werden. Die Aktionsgruppe reichte in Pratteln auch eine Initiative namens «Salina Raurica Ost bleibt grün» ein, die ein Planungs- und Baumoratorium verlangt.

Das Begehren wurde jedoch vom Prattler Einwohnerrat für ungültig erklärt. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid vor dem Regierungsrat ist hängig. Apacke schliesst einen Gang bis vor Bundesgericht nicht aus.