Rückzieher
Referendum zur geplanten Überbauung auf dem Stöcklin-Areal kommt nun doch nicht

In Aesch gibt es keine Volksabstimmung über die geplante Überbauung auf dem Stöcklin-Areal. Die Frist ist vorbei, es trafen allerdings keine Unterschriftenbögen bei der Gemeindeverwaltung ein.

Benjamin Wieland
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Es gibt wohl doch kein Referendum zur geplanten Überbauung – zumindest nicht von Seiten Aesch.

Es gibt wohl doch kein Referendum zur geplanten Überbauung – zumindest nicht von Seiten Aesch.

zvg

Erich Brunner hat seine Ankündigung nicht wahr gemacht. Noch im Juni sagte der Aescher, er werde gegen den Quartierplan Stöcklin das Referendum ergreifen – doch nun ist die Frist verstrichen, und auf der Aescher Gemeindeverwaltung sind keine Unterschriftenbögen eingetroffen.

Damit stehen den Neubauten an der Birs nichts mehr im Weg, zumindest nicht von Seiten Aesch. Denn eine Hälfte des zu überbauenden Areals steht auf Reinacher Boden. Doch dort war bisher überhaupt kein Widerstand gegen das Vorhaben auszumachen. Der Einwohnerrat hatte an seiner Februarsitzung den Quartierplan sogar einstimmig an die zuständige Sachkommission überwiesen.

Doch weshalb hat Erich Brunner vom Referendum wieder abgesehen? Er sagte zum «Wochenblatt», dass das Projekt überdimensioniert sei und die Neubauten nicht zur Umgebung passen würden: «Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass die drei höchsten Gebäude am Birsufer zehn Meter tiefer ausfallen.»

40 Meter hohes Gebäude

Drei der insgesamt zehn geplanten Neubauten sollen 11 bis 13 Geschosse aufweisen, das höchste Gebäude würde somit rund 40 Meter hoch. Entstehen würden insgesamt rund 250 neue Wohnungen, darunter auch Alterswohnungen. Der Quartierplan sieht auch Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen und einen Park vor.

Das Stöcklin-Areal ist ungefähr so gross wie drei Fussballfelder. Es befindet sich am Ufer der Birs in Neu-Aesch, ganz im Osten der Gemeinde. Am anderen Ufer liegt Dornach. Areal-Eigentümerin ist die Stöcklin Logistik AG. Nach 80 Jahren in Aesch verlegt sie ihre Produktion ins Laufental.

Im Vorfeld der Juni-Gemeindeversammlung hatte Brunner über 1000 Informationsflyer verteilt. Fürs Referendum wären 500 Unterschriften notwendig gewesen.

«Das wird nie funktionieren»

Im «Wochenblatt» sagt Brunner, dass das Projekt nicht der Philosophie der Birsstadt entspreche. Im Raumkonzept der sieben Gemeinden, die zum Birsstadt-Verbund gehören, ist ein jährliches Bevölkerungswachstum von 0,7 Prozent vorgesehen – Aesch wird diese Vorgabe gemäss Brunner weit übertreffen: «Das Konzept der Birsstadt wird in meinen Augen nie funktionieren, wenn jeder nur auf seine Privilegien achtet und die Nachteile einer Minderheit übergeht, zu der ich mich auch zähle.»

Laut der Aescher Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger braucht es den zusätzlichen Wohnraum, damit die Einwohnerzahl nicht schrumpfe. Das sagte sie an der Juni-Gemeindeversammlung. Der Wegzug von Stöcklin sei zu bedauern, mit der frei werdenden Fläche eröffne sich nun aber auch eine Chance.