Asyl
Regierung prüft Betreuung jugendlicher Flüchtlinge ohne Eltern

Die Baselbieter Regierung prüft die Betreuung der jugendlichen Flüchtlinge ohne Eltern. Der Druck auf die Regierung nimmt weiter zu.

Annika Bangerter
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Im Baselbiet leben aktuell 48 sogenannte «UMA» – unbegleitete minderjährige Asylsuchende. (Archivbild)

Im Baselbiet leben aktuell 48 sogenannte «UMA» – unbegleitete minderjährige Asylsuchende. (Archivbild)

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die Kritik war scharf, nun will die Baselbieter Regierung die Betreuung und Unterbringung der jugendlichen Flüchtlinge ohne Eltern überprüfen. Damit nimmt die Regierung die Forderung von Andreas Bammatter in Form eines dringlichen Postulats entgegen. Der SP-Landrat will, dass die Gesetze und Verordnungen so angepasst werden, dass diese Jugendliche altersgemäss betreut werden können.

Im Baselbiet leben aktuell 48 sogenannte «UMA» – unbegleitete minderjährige Asylsuchende. Wie die bz berichtete, variiert ihre Betreuung und Unterbringung von Kanton zu Kanton. Während Basel-Stadt ein eigenes Wohnheim hat, weist der Kanton Basel-Landschaft die Jugendlichen den Gemeinden zu. Die grosse Mehrheit der «UMA» leben deshalb in normalen Asylheimen. Eine spezifische Betreuung fehlt. «Es sind unbegleitete Minderjährige mit einer besonders schweren Biografie. Sie brauchen Schutz, Begleitung und allenfalls Erziehung», sagte Bammatter.

Sozialhilfe schaltet sich ein

Wie die bz berichtete, scheinen innerhalb der Behörden Unklarheiten bezüglich der Verantwortung der jugendlichen Flüchtlinge ohne Eltern vorzuliegen. «Die Kompetenzordnung ist glasklar», sagte Anton Lauber. Dennoch will der Kanton in einem ersten Schritt die Kommunikationswege prüfen, wie der Regierungsrat sagte. Zudem meldet der Kanton neu der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), wenn ein «UMA» einer Gemeinde zugewiesen wird. Deren Zuständigkeit will Anton Lauber «nicht auf den Kopf stellen», wie er sagt. Das heisst, dass die Gemeinden weiterhin für die jugendlichen Flüchtlinge zuständig sind.

Das dürfte bei denen nicht gut ankommen. Bereits letzte Woche kritisierte dies eine Therwiler Gemeinderätin gegenüber der bz. Heute erhält Anton Lauber zudem vom Baselbieter Verband für Sozialhilfe (VSO) einen Brief. Darin fordert der Verband ein zentrales Wohnheim für jugendliche Flüchtlinge ohne Eltern. Denn der Aufwand für die Gemeinden sei «sowohl personell wie auch finanziell nicht tragbar», schreibt der VSO. Der Verband geht davon aus, dass die Kosten nicht viel grösser sind, dafür «der Nutzen um ein Vielfaches höher».

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