Endress + Hauser
Reinacher Firmen-Diamant feiert Geburtstag

Mit einem grossen Betriebsfest begeht Endress + Hauser Flowtec am Freitag sein 40-jähriges Bestehen. Der Hersteller von Durchlaufmessgeräten ist Weltmarktführer und sein Erfolgshunger noch lange nicht gestillt.

Bojan Stula
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In Festlaune: Endress+Hauser-CEO Matthias Altendorf, Flowtec-Geschäftsführer Bernd Josef Schäfer und VR-Präsident Klaus Endress (v. l.).

In Festlaune: Endress+Hauser-CEO Matthias Altendorf, Flowtec-Geschäftsführer Bernd Josef Schäfer und VR-Präsident Klaus Endress (v. l.).

Roland Schmid

«Erfolg macht unsympathisch», kokettiert Verwaltungsratspräsident Klaus Endress. Nach 40 Jahren und über 3 Millionen verkauften Durchflussmessgeräten aller Grössen hat Endress+Hauser Flowtec jedoch allen Grund, auf die eigene, durchaus sympathische Erfolgsgeschichte zu verweisen. Für Klaus Endress ist Flowtec der Millionen abwerfende «Diamant» des 2,1 Milliarden Euro Umsatz schweren Firmenimperiums mit Hauptsitz in Reinach, wobei separate Zahlen für Flowtec nicht ausgewiesen werden.

Gruppen-CEO Matthias Altendorf nennt die eigenen, hochmodernen Produktionsanlagen als «weltweit führend». Flowtec-Geschäftsführer Bernd-Josef Schäfer kann auf eine nach wie vor steigende Nachfrage nach den Präzisionsmessinstrumenten aus Baselbieter Herstellung verweisen, wobei zu Flowtec auch die Produktionsstandorte («Divisionen») in Cernay (Frankreich), Greenwood (USA), Aurangabad (Indien), Suzhou (China) und Itatiba (Brasilien) gehören. Laut Endress und CEO Altendorf «alles keine Billiglohnländer», aber man müsse dort produzieren, wo die Kunden sitzen – und dort, «wo die Angestellten ihr Handwerk verstehen».

Es fing in einer Militärbaracke an

Über 1700 Menschen arbeiten für Flowtec weltweit, rund 13 000 für die gesamte E+H-Gruppe. In der Tat scheint es ein weiter Weg vom bescheidenen Start 1977 in der Reinacher Militärbaracke mit drei Angestellten zum heutigen E+H-Campus gewesen zu sein. Am Freitag feierte die Firmenleitung am Hauptsitz zuerst mit rund 80 geladenen Gästen, unter ihnen die beiden Baselbieter Regierungsräte Toni Lauber und Sabine Pegoraro, und danach mit einem grossen Betriebsfest das Jubiläum und die Einweihung einer 25 000 Quadratmeter grossen Neubauerweiterung für zusätzliche Büro- und Produktionsräumlichkeiten.

Doch worauf lässt sich der anhaltende Firmenerfolg zurückführen, der sich selbst durch den 40-Prozent-Gewinneinbruch 2009 im Zuge der Bankenkrise und den «Frankenschock» von 2015 ohne Kündigungswelle fortsetzen liess? Ganz einfach: Flowtec hilft anderen Firmen, viel Geld zu sparen.

Auf jedes Milligramm kommt es an

Ein aktuelles Beispiel: Ein italienischer Geschirrspülmittelhersteller holt beim Abfüllen durch die viel präzisere Dichtemessung des digitalen Flowtec-Messinstruments 1 Gramm Spülmittel pro Plastikflasche heraus. Die daraus resultierende Ersparnis: rund 300 000 Euro im Jahr. Wann immer in der Industrie eine Flüssigkeit oder ein Gas gemessen werden müssen, die durch irgendeine Röhre fliessen, sind die digitalisierten Flowtec-Instumente in der Regel erste Wahl. Wobei es vielfach nicht um ganze Gramms geht, sondern um die Kommastellen dahinter.

Der Tag der offenen Tür zum 40-jährigen Bestehen findet am Sonntag von 10 bis 16 Uhr am Flowtec-Sitz im Reinacher Gewerbegebiet Kägen statt.