Sissach
Rolf Bühler: «Unser Projekt ist das zentrale Puzzleteil, das noch fehlt»

Es ist bisher alles andere als rund gelaufen: Seit zehn Jahren wird an einem Projekt mit Geschäften und Wohnungen im Herzen von Sissach zwischen Bahnhof und Cheesmeyer-Haus an der Hauptstrasse geplant.

Andreas Hirsbrunner
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Rolf Bühler hat Leitung und Informationszepter beim Bauprojekt im Herzen von Sissach übernommen.

Rolf Bühler hat Leitung und Informationszepter beim Bauprojekt im Herzen von Sissach übernommen.

Kenneth Nars

Das Gebiet ist in zwei Quartierpläne unterteilt. Der grössere mit dem Grundeigentümer Cheesmeyer Immobilien AG (Ciag) umfasst 4400 Quadratmeter, der kleinere mit dem Haupteigentümer Heid-Küchen AG 2500 Quadratmeter. Bis vor kurzem war das Projekt eng mit dem bekannten Sissacher Architekten Robert Häfelfinger verknüpft, der auch dem Ciag-Verwaltungsrat angehört. Doch seit neustem ist der Binninger Projektentwickler Rolf Bühler das Gesicht nach aussen.

Herr Bühler, was ist Ihre Rolle beim Projekt?

Rolf Bühler: Ich wurde von der Bauherrschaft beauftragt, die unterschiedlichen Interessen zu koordinieren. Denn es gibt viele Beteiligte. So sind mehrere Grundeigentümer involviert und dem Gebiet liegen zwei Quartierpläne zugrunde. Und es gibt die politische und die behördliche Seite.

Das Projekt hatte immer wieder Rückschläge zu verkraften. So hat es die Arealbaukommission wiederholt zurückgewiesen, und in den letzten Wochen ist der vorgesehene Hauptmieter Coop abgesprungen. Wie wollen Sie das Ganze auf die Schiene bringen?

In der Tat haben verschiedene Kräfte auf das Projekt eingewirkt und dessen Entwicklung beeinflusst. Im Rahmen eines Quartierplans geht es insbesondere darum, eine städtebaulich sinnvolle Struktur zu schaffen. In dieser Planungsphase kann oftmals noch nicht von einem fertigen Nutzungskonzept ausgegangen werden. Das seit zwei Jahren mit der Planung betraute Basler Architekturbüro Nissen Wentzlaff hat nun einen Stand geschaffen, mit dem grundsätzlich weitergefahren werden soll. Dazu gehört zum Beispiel ein aufgewertetes Wegnetz vom Bahnhof zur Hauptstrasse, das früherer Kritik Rechnung trägt, und eine neue, strukturiertere Front gegenüber dem Bahnhof.

Wieso ist denn Coop überhaupt abgesprungen?

Es ist schwierig zu sagen, was letztlich den Ausschlag gab. Da müssten Sie Coop direkt fragen. Projektspezifisch muss man aber feststellen, dass das Grundstück mit seiner Geometrie und den denkmalpflegerischen Vorgaben nicht optimal ist, um eine merklich grössere Ladenfläche hinzubringen, als sie Coop an seinem heutigen Standort hat. Aus Sicht der Projektplanung ergeben sich durch den Coop-Rückzug neue Möglichkeiten, weil die Zwänge, die ein Grossverteiler mit sich bringt, entfallen.

Das dürfte das Gewerbe in der Begegnungszone an der Hauptstrasse beruhigen, weil durch einen Umzug von Coop dort Frequenzverluste befürchtet wurden.

Wir können jetzt ein städtebaulich sehr interessantes Projekt machen, indem wir in den Erdgeschossflächen einen vielseitigen Ladenmix anbieten. Ich bin überzeugt, dass das gegenseitige Synergien schafft und es somit nicht zu einer Konkurrenzierung, sondern zu einer Stärkung der Geschäfte an der Hauptstrasse kommt. Dadurch wird unser Projekt politisch auch besser umsetzbar.

Man hört von 30 Millionen Franken Investitionen. Stimmt das?

Das Projekt wurde vor vielen Jahren kalkuliert, doch hatte es damals eine wesentlich grössere Dimension. Die Gebäude waren in beiden Quartierplänen auf fünf bis sechs Stockwerke ausgelegt, jetzt sind es noch vier. Und auch die Grundfläche der Gebäude ist zugunsten des Platzes in der Mitte kleiner geworden. Im Moment beträgt die Investition eher weniger als 30 Millionen Franken.

Wie sieht nun der weitere Fahrplan aus?

Derzeit wird das Konzept vom Planerteam weiterentwickelt und parallel die Arbeit am Quartierplan aufgegleist. Nach Abstimmung mit der Gemeinde sowie den zuständigen Kommissionen und Fachstellen der Behörden wird das Projekt voraussichtlich im Herbst den Medien und der Bevölkerung präsentiert. Danach folgen die obligaten Mitwirkungs- und Quartierplanverfahren. Im besten Fall sind wir im Jahr 2018 mit den Bauten fertig.

Wie stufen Sie den Stellenwert des Projekts für Sissach ein?

Nachdem Sissach mehr oder weniger fertig gebaut ist, ist unser Projekt das zentrale Puzzleteil, das noch fehlt. Eine Veränderung gegenüber der heutigen Nutzung vor allem als Parkplatz wird Sissachs Zentrum spürbar beleben.

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