Schwarzbubenland
Beinwil umgeht die Zwangsverwaltung

Nach dem Ausscheiden dreier Beinwiler Gemeinderäte befürchtete man das Schlimmste. Doch es kommt anders.

Bea Asper
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Das Kloster Beinwil auf dem Via Surprise.

Das Kloster Beinwil auf dem Via Surprise.

Zvg

Die Schwarzbubengemeinde Beinwil steht vor einem Neubeginn mit fünf neuen Gemeinderatsmitgliedern. Dabei sah im Frühjahr noch alles ganz anders aus. Der langjährige Gemeinderat Urs Saner (FDP) wollte das Gemeindepräsidium übernehmen, Statthalter Philipp Bieli (CVP) wollte eine weitere Legislatur anhängen und Kilian Ankli (FDP) wollte sich ebenfalls engagieren. Ihre Pläne der stillen Wahl wurden durchkreuzt von der kurzfristigen Eingabe einer zusätzlichen Liste mit dem Namen «Pro Wahlen Beinwil».

Diese holte zwar keinen Sitz, doch sorgte sie für gehörig Wirbel, was letztlich dazu führte, dass es bei der Wahl um das Gemeindepräsidium zum Duell innerhalb der FDP kam: Andreas Bringold forderte Urs Saner heraus. Im ersten Wahlgang verpassten beide das absolute Mehr, zum zweiten Wahlgang kam es nicht, weil Saner im August seine Kandidatur zurückzog und als Gemeinderat demissionierte. Darauf folgte eine Rücktrittswelle, und plötzlich war das Schreckenswort von der «Zwangsverwaltung» in aller Munde.

Intensive Suche nach geeigneten Personen

Doch nun bestechen die Beinwiler durch ihre Krisenbewältigung. So raufte sich die FDP trotz unterschiedlicher interner Lager zusammen, um eine Nachnominierung für den Gemeinderat möglich zu machen. Auch die CVP-Kräfte legten sich zum Wohle der Gemeinde ins Zeug, intensivierten die Suche nach einem motivierten Gemeinderatskandidaten und stiessen bei der ausserordentlichen Parteiversammlung auf Zustimmung für die Nomination von Pius Bader.

Gemeindepräsident Andreas Bringold, seine Ratskollegen und die einzige Ratskollegin zeigten sich an ihrer jüngsten Gemeinderatssitzung zuversichtlich, dass die neue Legislatur erfolgreich gestaltet werden kann. Bei der Zuteilung der Ressorts herrschte jedenfalls Einigkeit: Bringold ist zuständig für die Finanzen, Peter Christ (CVP) für die Bereiche Infrastruktur und Technik, sein Parteikollege Pius Bader übernimmt das Ressort Soziales, Gemeinderätin Lucie Béguelin (FDP) ist zuständig für die Bildung und Rolf Jeker (FDP) übernimmt die Verantwortung für das Ressort Bau und ad interim auch die Leitung der Baukommission.

Ortsplanungsrevision fordert den Gemeinderat heraus

Auf dem Programm stehen die Ortsplanungsrevision und die Anpassung der Wasserversorgung. Finanzierbare Lösungen zu finden für all die Liegenschaften, die im hügeligen Gemeindebann weit auseinander liegen, wird den Gemeinderat fordern. Doch man zeigte sich hoch motiviert, sich den Herausforderungen zu stellen. «Ich freue mich auf die kommende Zeit», sagt CVP-Mann Peter Christ. Er ist der neue Statthalter von Beinwil, seine Wahl erfolgte im Gremium einstimmig.

Das erklärte Ziel sei, zusammen mit den Einwohnern einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten. Bei der Erstellung des räumlichen Leitbildes als Auftakt zur Ortsplanungsrevision strebt man eine breit abgestützte Vertretung durch die Bevölkerung an. «Das Vorgehen werden wir an den nächsten Sitzungen skizzieren», kündigt Bringold an.

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