Seltisberg
«Nicht mehr erwünscht als ehemaliger Gemeindepräsident»

Bernhard Zollinger musste nach seiner Abwahl als Gemeindepräsident von Seltisberg vor eineinhalb Jahren eine weitere krachende Niederlage hinnehmen. Am Sonntag scheiterte er bei der Ersatzwahl in den Gemeinderat klar.

Simon Tschopp
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Bernhard Zollinger: « Ich wäre nicht angetreten, hätte die zu ersetzende Gemeinderätin nicht schon so rasch ihren Rücktritt eingereicht.»

Bernhard Zollinger: « Ich wäre nicht angetreten, hätte die zu ersetzende Gemeinderätin nicht schon so rasch ihren Rücktritt eingereicht.»



zvg

Bei der Gemeinderatsersatzwahl in Seltisberg am Sonntag schwang Ruth Spalinger mit 281 Stimmen klar obenaus. Bernhard Zollinger, der im Frühling 2020 als Gemeindepräsident abgewählt worden war, stand als Gegenkandidat mit bloss 134 Stimmen auf verlorenem Posten. Was sagt er dazu?

Was dachten Sie, als Sie vom Resultat erfahren hatten?

Bernhard Zollinger: Dass es nicht mehr erwünscht ist, wenn ich als ehemaliger Gemeindepräsident wieder in der Exekutive mitwirke.

Hat Sie die Deutlichkeit des Ergebnisses überrascht?

Nicht speziell. Ich rechnete damit, dass es nicht reichen würde.

Könnte sein, dass Stimmberechtigte befürchteten, Sie würden als früherer Gemeindepräsident eine zu starke Stellung in der Exekutive einnehmen, wenn Sie gewählt würden?

Ob dies einen Einfluss gehabt hat, weiss ich nicht. Aber ich glaube nicht. Ich interpretiere es so, dass man einen Neuanfang wollte, ohne früheres Gemeinderatsmitglied. Zudem möchte ich festhalten: Ich wäre nicht angetreten, hätte die zu ersetzende Gemeinderätin nicht schon so rasch ihren Rücktritt eingereicht. Ich hoffe, dass die neugewählte Gemeinderätin nicht auch so schnell das Handtuch wirft.

Sie schrieben zu Ihrer Kandidatur im Gemeindeanzeiger: «Sehr viele Einwohnerinnen und Einwohner haben mir in den letzten Wochen Mut gemacht, diesen Schritt nochmals zu gehen.» Das waren offenbar zu wenige für eine für Sie erfolgreiche Wahl.

Anscheinend. Es waren schon nicht Hunderte, die mir Mut machten, aber auch nicht nur zwei, drei, sondern deutlich über 20 Personen. Vielleicht habe ich die Situation ein wenig falsch eingeschätzt.

War Ihre Abwahl als Gemeindepräsident vor eineinhalb Jahren schmerzlicher für Sie als die Niederlage vom vergangenen Sonntag?

Ja, eindeutig. Die Abwahl kam auch überraschender für mich.

Aber dieser Abwahl ging damals eine konzertierte Aktion voraus, sonst wären Sie nicht so deutlich gescheitert.

Ja, das war so. Bei Stimmbürgerinnen und -bürgern wurde Propaganda gegen mich gemacht, um meine Wiederwahl zu verhindern, was damit auch erreicht wurde.

Ist Ihre politische Karriere in Seltisberg nun endgültig Geschichte?

Das wurde ich auch schon gefragt. Ich gehe davon aus, dass das nun gegessen ist.

Ein weiterer Anlauf ist keine Option?

Nein.

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