Corona
Video-Predigten und Seelsorge per Telefon: So gehen die Kirchen in Basel mit der Krise um

Wegen der Pandemie-Massnahmen zum Corona-Virus finden ab sofort auch keine Gottesdienste mehr statt. Nun Digitalisieren die Theologen: Die Kirchen in Basel setzen vermehrt auf Video-Messen und Telefonseelsorge.

Zara Zatti
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Im Basler Münster gibt es zurzeit keine Gottesdienste.

Im Basler Münster gibt es zurzeit keine Gottesdienste.

Nicole Nars-Zimmer (niz)

Lukas Kundert, Pfarrer des Basler Münsters, blickt in die Kamera und spricht zu seiner Glaubensgemeinde: «Jesus hilft nicht gegen Corona, aber er hilft, den Blick auf das zu lenken, was Mut macht». Das drei Minuten lange Video findet man auf YouTube und hat bis jetzt 100 Klicks.

Seit gestern finden in der ganzen Schweiz keine Gottesdienste mehr statt. Das zwingt die Pfarreien dazu, ihre Glaubensgemeinschaft über alternative Kanäle zu erreichen und während der Krise zu unterstützen. Die reformierte Kirche Basel-Stadt will nun jeden Tag ein solches Grusswort auf YouTube stellen.

Auch die katholische Kirche in der Region Basel rüstet sich digital auf. In Oberwil im Kanton Baselland soll darüberhinaus der Gottesdienst künftig aufgezeichnet und als Video auf der Website aufgeschaltet werden. Die Kirchen bleiben weiterhin für einzelne Besucher und Gebete geöffnet, Hochzeiten und Taufen finden aber keine mehr statt. Beerdigungen können nach wie vor durchgeführt werden, dies aber nur im engsten familiären Kreis von 10 bis 20 Personen.

Trauerfeiern werden nach der Krise nachgeholt

Um den Familien mit einem Todesfall während der Corona-Krise einen würdigen Abschied zu bieten, wollen gewisse Pfarreien die Trauerfeiern nachholen, sobald sich die Situation beruhigt hat. Ab November sollen in der Pfarrei St. Stephan Therwil/Biel-Benken jeden Sonntag Trauergottesdienste nachgeholt werden, sagt Gemeindeleiterin Elke Kreiselmeyer.

Sowohl die katholische als auch die reformierte Kirche betonen, dass die Seelsorge auch bei geschlossenen Kirchentüren nach wie gewährleistet sei, vor allem über das Telefon. In der Pfarrei St. Stephan findet man die Telefonnummern von Seelsorgern auf Plakaten vor der Kirche. Nebst dem passiven Angebot ruft die Pfarrei auch aktiv bei Mitgliedern der Gemeinde an, um sich über das Befinden während der Krise zu erkundigen.

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