Allschwil
Wegen Sünneli-Schurz: SVP am Suppentag nicht mehr genehm

Die Allschwiler Kirchen haben die freiwilligen Helfer der SVP am Suppentag ausgeladen – die Partei fühlt sich diskriminiert. Grund für das Verbot seien propagandistische Schürzen mit dem Sünneli-Logo gewesen, erläutert der Veranstalter.

Benjamin Wieland
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Die Helfer der SVP sind wegen ihrer Sünneli-Schürzen nicht mehr am Allschwiler Suppentag erwünscht. (Symbolbild)

Die Helfer der SVP sind wegen ihrer Sünneli-Schürzen nicht mehr am Allschwiler Suppentag erwünscht. (Symbolbild)

Keystone

Gerne hätte René Imhof, Präsident der SVP Allschwil/Schönenbuch, kommende Woche wieder einmal die Suppenkelle geschwungen: Am Suppentag am Samstag, 12. Dezember, im Calvinhaus in Allschwil. Der Erlös geht in diesem Winter an eine Schule für burmesische Flüchtlingskinder in Thailand. Doch Imhof ist am Anlass nicht mehr erwünscht – zumindest nicht als Helfer.

Das Organisations-Team habe ihn und die anderen Freiwilligen der Volkspartei, die Suppe und Wienerli verteilen wollten, «abserviert», wie es René Imhof in einem Leserbrief im «Allschwiler Wochenblatt» ausdrückt: Die «freiwilligen Suppen-Kaspare» der SVP seien nicht mehr genehm. Er spricht von einer Diskriminierung der SVP – denn: andere Parteien seien an den ökumenischen Suppentagen sehr wohl als Helfer zugelassen. Auf Nachfrage der bz setzt Imhof noch einen drauf: «Wenn die Kirchen dies unter christlicher Nächstenliebe verstehen», sagt er, «dann steht es um sie eher schlecht.»

Schürzen abgelehnt

Es sei korrekt, dass die SVP am diesjährigen Suppentag nicht mithelfe, bestätigt Georg Leuenberger. Er ist verantwortlich für die Durchführung des Anlasses im Calvinhaus, das der evangelisch-reformierten Kirche Allschwil-Schönenbuch gehört. Diese trägt das Angebot gemeinsam mit der Römisch-katholischen und der Christkatholischen Kirchgemeinde Allschwil.

Die Nicht-Berücksichtigung habe ihren Grund, sagt Leuenberger: So habe die Partei darauf bestanden, in eigenen Schürzen zu servieren statt in jenen, welche das OK zur Verfügung stellt.

Sünneli «unübersehbar»

Die Schürzen der SVP sind das Problem. Auf ihnen prangen Parteikürzel samt Sünneli. Laut Leuenberger ist das Logo «unübersehbar» gross – Imhof hingegen spricht von einem «diskreten Aufdruck». Wie dem auch sei: Die Helfer der Partei trugen besagte Schürzen bei ihrem ersten Einsatz im Calvinhaus 2013, kurz darauf hätten sich Gäste bei der zuständigen Kommission darüber beschwert, sagt Leuenberger, deshalb würden neue Regel gelten: «Wir wollen keine Plattform bieten für politische Propaganda. Partei-Logos werden im Saal nicht mehr akzeptiert.»

René Imhof sagt, mit diesem Entscheid könne er leben. Er habe jedoch grosse Augen gemacht, als er am Suppentag im vergangenen Jahr Helfer der SP entdeckt habe – in Shirts mit Parteilogo-Aufdruck. «Da wurde ich schon etwas stutzig, ich dachte mir: ‹Aha, die dürfen, aber wir nicht!› Das ist doch seltsam.»

SP trug eigene Polo-Shirts

Es könne schon sein, sagt Georg Leuenberger, dass SP-Helfer in der letzten Suppentagsaison mit T-Shirts samt Logo am Kragen Suppe geschöpft hätten – aber: «Ab dieser Saison wird sich auch die SP an die neuen Regeln halten.»

Tatsächlich hätten einige Helferinnen und Helfer rote Polo-Shirts getragen, bestätigt Andreas Bammatter, Vorstandsmitglied der SP Allschwil und seit 20 Jahren im Serviceteam des Suppentages. Auch diese Saison würden einige Parteimitglieder wieder mit anpacken, bei der Ausgabe vom 9. Januar. «Dann», verspricht Bammatter, «tragen auch wir keine SP-Polos mehr.»

Das kann René Imhof nicht besänftigen: «Für mich ist klar, dass ich den Suppentag nicht mehr besuchen werde.»

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