Stadtgärtnerei
Wegen Trockenheit drohen Jungbäume zu verenden

Die Trockenheit setzt den Bäumen in Basel zu. Und: Wegen der Klimaerwärmung verwendet die Stadtgärtnerei auch Pflanzen aus dem südeuropäischen und südöstlichen Raum.

Joël Hoffmann
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Die nächste Bauetappe des Erlenmattparks wird in Angriff genommen.

Die nächste Bauetappe des Erlenmattparks wird in Angriff genommen.

kn

Basels Bäume leiden unter der gegenwärtigen Trockenheit besonders. «Bleibt das Wasser aus, fehlt den Bäumen die Lebensgrundlage», erklärt der Leiter der Stadtgärtnerei Emanuel Trueb. Der Wassermangel ist gerade für die Jungbäume ein Problem, da deren Wurzeln noch nicht derart ausgebildet sind, dass sie von einer anderen Quelle, wie einer undichten Leitung, zehren könnten. «Bei den Jungbäumen ist die Situation besonders kritisch.»

Vor allem um die neuen Bäumchen im Erlenmattpark sorgt sich der Stadtgärtner. «Ich hoffe, dass sie den Sommer überleben, sonst müssen wir die Bäume ersetzen.» Die Jungbäume können auch nicht beliebig gewässert werden. Trueb: «Optimal wäre eine Tröpfchenbewässerung.» Diese Technik sei aber teuer und zu fragil.

Bäume passen sich an

Gewisse erwachsene Baumarten reagieren auf die schlechte Wasserversorgung, indem sie beispielsweise Teile ihrer Kronen abstossen. «Unter den Eiben liegen derzeit viele gelbe Nadeln am Boden.» Sie stossen die Nadeln ab, damit sie weniger Energie benötigen. Auch die Eiche stosse deshalb ihren Trieb, also den Astzuwachs, ab. «Das ist eine natürliche Selbstschutzmassnahme.» Andere Bäume ergreifen Vorsichtsmassnahmen und bilden verfrüht Früchte und Samen, um die Fortpflanzung zu sichern.

Sommerhitze, Trockenheit und eine schlechte Nährstoffsituation seien für Basels Bäume keine ungewöhnliche Situation. «Unsere Waldbäume, wie die Buche, halten diesen Stress nicht aus.» Darum suche die Stadt seit Jahren nach geeigneten Bäumen, die den baulichen und klimatischen Bedingungen der Stadt sowie den ästhetischen Ansprüchen der Bevölkerung genügen. «Wir haben ein sehr breites Sortiment von über 350 Baumarten und Sorten.»

Fremde Arten sind stressresistent

Wegen der Klimaerwärmung verwendet die Stadtgärtnerei auch Pflanzen aus dem südeuropäischen und südöstlichen Raum. Palmen wird es im Stadtbild aber keine geben: «Die Klimaerwärmung hat nicht nur heisse, trockene Sommer, sondern kann auch extrem nasse und kalte Winter zur Folge haben.» Man könne darum nicht jede beliebige Baumart verwenden. «Wenn wir uns den Fächer der Möglichkeiten vor Augen führen, dann verschiebt sich der Fokus auf die Baumsorten, die den neuen Herausforderungen gewachsen sind.» Einheimische Baumarten wie die Trauben- oder die Stileiche sind zwar für Parks, nicht aber für die Strassenbepflanzung geeignet: «Dort verwenden wir beispielsweise die nordamerikanische Roteiche oder die südeuropäische Zerreiche.»

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