Muttenz
Wieso Muttenz von 2013 bis 2015 im Stau stecken wird

Die St.Jakob-Strasse bekommt nach 35 Jahren einen neuen Belag und neue Fussgängerstreifen. ie Sanierungsarbeiten an der Kantonsstrasse werden in drei Abschnitten zwischen 2013 und 2015 stattfinden und werden in Muttenz für Stau sorgen.

Boris Burkhardt
Merken
Drucken
Teilen
Viel Autoverkehr: Wo jetzt noch Tempo 60 gilt, darf nach der Sanierung der St.Jakob-Strasse nur noch mit 50 km/h gefahren werden.

Viel Autoverkehr: Wo jetzt noch Tempo 60 gilt, darf nach der Sanierung der St.Jakob-Strasse nur noch mit 50 km/h gefahren werden.

Kenneth Nars

Die Generalsanierung der St. Jakob-Strasse in Muttenz auf 2,2 Kilometer Länge ist unbestreitbar notwendig. Deshalb werden die Anwohner wohl oder übel die dreijährigen Bauarbeiten und den täglichen Stau in Kauf nehmen müssen. Die Sanierungsarbeiten an der Kantonsstrasse werden in drei Abschnitten zwischen 2013 und 2015 stattfinden.

«Man kann den Pelz nicht waschen, ohne ihn nass zu machen», umschreibt Muttenz’ Bauverwalter Christoph Heitz die Situation. Denn die Generalsanierung sei mehr als ein «notwendiges Übel», sie solle für Muttenz auch Verbesserungen bringen. So erhofft sich die Gemeinde von der dauerhaften Temporeduktion von 60 auf 50 Stundenkilometer und vom neuen Fahrbahnbelag eine deutliche Lärmreduzierung. Das habe die Gemeindeversammlung im Sinne des Gemeinderats beschlossen. Ausserdem sollen neue oberirdische Fussgängerüberwege geschaffen werden, um die durchschneidende Wirkung der Strasse auf das Muttenzer Siedlungsgebiet zu reduzieren. Aber, betont Heitz, auch in Zukunft dürfe es keine Reduktion der Verkehrskapazität geben.

Das bestätigt Reto Wagner, der im Kantonalen Tiefbauamt für das Sanierungsprojekt zuständig ist: Die St.Jakob-Strasse sei im momentanen Zustand überbreit; der Verkehrsfluss sei also auch nach der geplanten Verengung noch gewährleistet. Neben der Erneuerung des 35 Jahre alten Belages und der unterirdischen Leitungen werde der Kanton deshalb auch Parkplätze an den Strassenrändern markieren, «um das Ganze strukturierter zu machen».

Baustelle in drei Abschnitten

Die Baustelle wird sich in drei Abschnitten von Basel her bewegen. Vorgesehen sind 2013 der Bereich Schanzweg bis Feldrebenweg, 2014 Feldrebenweg bis Unterführung Zwingli, 2015 Unterführung Zwinglistrasse bis Kreisel Lux Guyer. Laut Wagner richten sich die Abschnitte nach den Quartierzufahrten und dem Pensum, was in einem Jahr zu schaffen ist.

Wagner verspricht, die Belastung für die Anwohner «möglichst im Rahmen» zu halten. Bis auf eventuelle kurzfristige Sperrungen könne die Strasse während der ganzen Zeit in beiden Richtungen befahren werden. Der Trambetrieb der Linie 14 werde durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt. Mit Verkehr in den Quartieren während Staus auf der St.Jakob-Strasse rechnet Wagner nicht. Verkehrsbehinderungen seien aber nicht zu vermeiden.

Gewerbe hofft auf treue Kunden

«Muttenz ist Stau gewohnt», sagt Bauverwalter Heitz. So wird noch bis Ende Jahr die Birsfelderstrasse saniert. 2017/18 steht die Sanierung des Schänzli-Tunnels an, die für Ausweichverkehr sorgen wird. Doch auch bei jedem Unfall auf der A2 ist Heitz bange vor Staus auf der St.Jakob-Strasse und Ausweichverkehr in den Quartieren.

Die meisten der anliegenden Grossgewerbler im östlichen Teil der Strasse haben sich mit der Baustelle und den Einschränkungen für den Kundenverkehr noch nicht auseinandergesetzt: Sie sind auch erst 2015 an der Reihe. Nur Roger Ehrat vom Gartenhaus Wyss weiss aus Erfahrung von anderen betroffenen Betrieben, dass während der Baustelle vor der Haustür mit 20 bis 30 Prozent Einbussen zu rechnen ist: «Es kommt darauf an, wie verständnisvoll die Kunden sind.» Letztendlich müsse man das aber hinnehmen. Denn an der Notwendigkeit der Sanierung zweifelt auch er nicht.