Zum 100. Geburtstag
Fritz Klaus bewahrte viele Ereignisse vor dem Vergessen

Der Historiker und Lehrer Fritz Klaus könnte am Samstag seinen 100. Geburtstag feiern. Er starb im September 1984.

Anna Schwob-Klaus
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Fritz Klaus in seinem Arbeitszimmer.

Fritz Klaus in seinem Arbeitszimmer.

zvg/Ludwig Bernauer

Der 100. Geburtstag ist ein guter Grund, sich an Fritz Klaus und sein Wirken zu erinnern.

Als er 1949 nach seinem Studium an die Knabenrealschule (heute Sekundarschule) Liestal gewählt wurde, ahnte er nicht, dass er während dreissig Jahren zuerst im Burg- und später im Frenkenbündten-Schulhaus die Fächer Deutsch, Französisch, Geschichte und Geografie unterrichten wird.

Dass er grosse Freude am Schreiben und Interesse an lokalen Ereignissen hatte, wusste er jedoch schon in früher Jugendzeit. Er begann sie zu dokumentieren und unter anderem in der «Volksstimme» zu veröffentlichen.

Reichhaltiges Schaffen

Später leistete Fritz Klaus wertvolle Mithilfe beim Verfassen von Heimatkunden in mehreren Gemeinden. Es folgten die Fotobände «Baselland zwischen Strom und Berg», «Basellandschaft – Porträt eines jungen Kantons», und für alle Schulkinder entstand «Unser Kanton». Im Weiteren erschienen Führer wie «Chumm ins Baselbiet», «Willkommen in Liestal», etc., die Biografie «Martin Birmann – Reichtum in der Armut» sowie zahlreiche Berichte, Radiosendungen und Vorträge zur Geschichte des Baselbiets.

Das alles schaffte er neben dem Schuldienst auch dank seiner Frau Rosmarie, die ihn stets unterstützte und die in diesem Jahr ebenfalls den 100. Geburtstag feiern könnte.

Fritz Klaus erhielt 1979 von der kantonalen Erziehungsdirektion den Auftrag, zum Kantonsjubiläum eine wissenschaftliche Quellensammlung zur Geschichte des Kantons Baselland ab 1789, dem Gründungsjahr bis in die Neuzeit zu verfassen. Aus zahllosen Schriften, amtlichen Quellen, Ortschroniken und der Tagespresse entnahm er Texte zum damaligen Geschehen. Aus den Dokumenten erfährt man Interessantes zur Entwicklung eines modernen Kantons. In lebendiger Sprache kommen kluge Köpfe und auch Schlaumeier zu Wort, Ernstes, Skurriles, Lustiges wechseln sich ab.

Mit Baselbieter Kulturpreis ausgezeichnet

Von den geplanten vier Bänden «Basellandschaft in historischen Dokumenten» erlebte er noch die Vorbereitung zum Druck des dritten Bandes bis 1914. Im Februar 1984 wurde ihm zu seiner grossen Freude und in Anerkennung seiner Arbeiten im Schloss Ebenrain in Sissach in feierlichem Rahmen der Baselbieter Kulturpreis verliehen.

Am 24. September ist Fritz Klaus mit 63 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Es war ihm wichtig, Wissen weiterzugeben, Ereignisse vor dem Vergessen zu bewahren, aufzuzeigen, dass unsere heutigen Freiheiten, Rechte und Gesetze erst nach einem langen Weg durch die Geschichte selbstverständlich wurden.

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