Tour de Schänzli
Da geht einer gümmele, aber am falschen Ort: Velofahrer verirrt sich auf Autobahn

In den sozialen Netzwerken ist ein Video aufgetaucht, das einen Velofahrer auf der Verzweigung Hagnau zeigt. Der Zweiradfahrer gibt sich unbeeindruckt – und gestikuliert sogar mit einem Lieferwagenfahrer.

Benjamin Wieland
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Er scheint sich seiner Sache ziemlich sicher zu sein. Der Rennvelofahrer mit der blauen Jacke wechselt sogar mehrfach die Spur. Dabei befindet er sich auf der berühmt-berüchtigten Verzweigung Hagnau, mit ihrem Gewirr an Ein- und Ausfahrspuren in beinahe alle Himmelsrichtungen.

Der Vorfall mit dem Rennvelofahrer muss sich schon vor einer Weile abgespielt haben. Beim gefilmten Abschnitt handelt es sich um die Zubringerstrecke von der A18 auf die A2 in Richtung Basel, erkennbar an der massiven Stützmauer. An der Stelle sind schon seit längerem Bauarbeiten im Gang. Im Video ist davon jedoch noch wenig zu sehen.

Am Ende seines Autobahn-Tüürlis nimmt der Unbekannte die Ausfahrt Birsfelden-Hafen. Zuvor macht er noch brav das entsprechende Handzeichen.

Von Geleit über Busse bis zu Verzeigung: alles ist möglich

Der Baselbieter Polizei ist der waghalsige Rennvelofahrer nicht bekannt. Sprecher Adrian Gaugler sagt auf Anfrage der bz, in solch einem Fall würde eine aufgebotene Patrouille in erster Linie versuchen, die Sicherheit des Zweiradfahrers zu gewährleisten. «Im weiteren Verlauf würde es dann darum gehen, abzuklären, ob sich die Person mit Absicht auf die Zubringerstrecke begeben hat, oder ob es sich um jemanden handelt, der ortsunkundig ist und die Hinweisschilder schlicht übersehen hat.»

Dann wäre wohl der Grundsatz Hilfe vor Strafe angezeigt. Sollte sich aber herausstellen, dass es sich um ein vorsätzliches Fehlverhalten handelt, wäre Artikel 43, Absatz 1, des Strassenverkehrs-Gesetzes heranzuziehen, sagt Gaugler, und es gäbe wohl eine Ordnungsbusse.

Im besagten Absatz heisst es: «Wege, die sich für den Verkehr mit Motorfahrzeugen oder Fahrrädern nicht eignen oder offensichtlich nicht dafür bestimmt sind, wie Fuss- und Wanderwege, dürfen mit solchen Fahrzeugen nicht befahren werden.» Auch eine Verzeigung bei der Staatsanwaltschaft wäre möglich, sagt Gaugler: Im Falle einer konkreten Gefährdung.

Polizei traf auch schon Rollstühle auf der Autobahn an

Dass sich Velo- oder Mofafahrer auf die Autobahn verirren würden, käme zwar immer wieder mal vor, sagt Gaugler. «Aber Unfälle sind zum Glück relativ selten.»

Für Schlagzeilen sorgte eine Frau im Juni 2019 in Basel. Sie war mit ihrem elektrischen Rollstuhl falsch abgebogen und landete auf der A2. Glücklicherweise konnte die Polizei die Frau eskortieren, bis sie wieder in Sicherheit war.

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