Kommentar
Impfstart in den beiden Basel: Die Vulnerabelsten gingen vergessen

Jonas Hoskyn
Merken
Drucken
Teilen

Der gestrige Impfstart in den beiden Basel hinterlässt ambivalente Gefühle: Einerseits ist es beeindruckend, wie schnell der Kanton Basel-Stadt (und ab kommender Woche auch Baselland) eine funktionierende Infrastruktur aus dem Boden gestampft hat – und das notabene über die Festtage.

Andererseits – und das muss man leider so brutal sagen – gingen dabei die Vulnerabelsten vergessen: Obwohl seit Wochen klar ist, dass die Corona-Impfung kommen wird, müssen die Bewohner von Alters- und Pflegeheimen noch warten. Menschen, die teilweise seit Monaten isoliert sind oder ihr Zimmer gar nicht mehr verlassen dürfen, und für die eine Woche mehr oder weniger einen massiven Unterschied punkto Lebensqualität bedeutet. Baselland hat da offenbar deutlich besser vorgespurt. Hier wurde gestern bereits in Altersheimen geimpft.

Die gleiche Kritik lässt sich beim Anmeldeprozedere nach dem Motto «Dr Schnäller isch dr Gschwinder» vorbringen. Für die erste Impf-Tranche konnten sich alle über 65-Jährigen online anmelden. Entsprechend schnell waren die Termine weg. Älteren Personen, die sich oftmals erst später informieren können und nicht so internetaffin sind wie die Babyboomer-Generation, blieb das Nachsehen. Auch ist es nicht möglich, sich auf die Warteliste für einen späteren Impftermin setzen zu lassen. Hier muss dringend nachgebessert werden.