Basel

Fertig mit gemütlichem Entsorgen alter Kleider – weshalb Texaid die Abholung im Baselbiet einstellt

Zu Ballen gepresste alte Kleider stapeln sich in der Texaid-Kleidersammlung.. (Archiv)

Zu Ballen gepresste alte Kleider stapeln sich in der Texaid-Kleidersammlung.. (Archiv)

Texaid stellt die Strassenabholung von Altkleidern im Baselbiet ein. Das Angebot wurde zu wenig genutzt. Ein Ersatzangebot ist nicht geplant

Bisher konnte man im Baselbiet seine ausgedienten Kleidungstücke zweimal jährlich zu Hause abholen lassen. Seit Anfang Jahr werden diese sogenannten «Strassensammlungen» nun nicht mehr angeboten, wie das dafür zuständige Unternehmen Texaid mitteilt.

Grund dafür sei, dass das Angebot zu wenig genutzt werde, sagt Texaid-Pressesprecherin Jana Mikulasch. «Schon seit Jahren ist die Sammelmenge bei Strassensammlungen rückläufig», erklärt sie. Von allen gesammelten Kleidern seien nur zwei Prozent durch diese Strassensammlungen zusammengetragen worden. Dies stelle eine stetige Entwicklung dar und sei nicht durch die Coronakrise beeinflusst worden. Als weiteren Grund nennt sie ökologische Überlegungen. Bei einer so geringen Menge an abzuholenden Altkleidern seien die weiten Fahrwege für den vergleichbar geringen Ertrag nicht mehr vertretbar. «Trotz Zusammenarbeit mit der Post ist die Strassensammlung ökologisch und ökonomisch nicht sinnvoll», so Mikulasch.

Ein Ersatzangebot ist nicht geplant

Die Post, welche als Logistikpartnerin von Texaid fungierte, hat gemäss Mediensprecher François Furer keine anderen Partner in der Textilsammlung. Es wird also auch kein Ersatzangebot geben.

Immer wieder wurden in der Vergangenheit Kleidercontainer als Möglichkeit der illegalen Abfallentsorgung missbraucht.

Mit der Umstellung werden voraussichtlich die Altkleidercontainer als neu einzige Entsorgungsmöglichkeit häufiger genutzt. Trotzdem schliesst Pressesprecherin Mikulasch die Zunahme von Fremdabfällen aus. Wohl auch, weil bisher nur sehr wenige die Strassenabholung überhaupt genutzt hatten. Ein grosser Ansturm auf die Container ist nicht zu erwarten.

Anzahl Container sollte ausreichen

Falls es jedoch in einzelnen Gemeinden durch die neue Situation zu einer Mehrnutzung der Kleidercontainer kommen sollte, werde die Anzahl falls nötig erhöht, meldet Texaid.

Patrick Rüegg, Leiter der Zentralen Dienste in Ettingen und Verantwortlicher für die Zusammenarbeit mit Texaid, erklärt: «Wir sind von den verantwortlichen Unternehmen Texaid und Contex auf die Umstrukturierung hingewiesen worden.» Auf die daraufhin veröffentlichte Medienmitteilung habe es keine Reaktion oder Feedback aus der Bevölkerung gegeben. Deshalb geht er davon aus, dass der Wegfall der Sammeltage für die Bevölkerung verkraftbar sei, zumal die alternativen Angebote in Form der vorhandenen Sammelcontainer weiterhin bestehen bleiben. «Diese Container werden sehr rege genutzt», so Rüegg.

Die geringe Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer des Angebotes zeigt, dass die Einstellung der Strassensammlung seitens Texaid wohl kein falscher Entscheid ist – sofern weiterhin genügend Altkleidercontainer in Gehdistanzen zur Verfügung gestellt werden.

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