Kundgebungen
Organisatoren setzen auf Sicherheit: Findet der 1.-Mai-Umzug dieses Jahr Online statt?

Steigen die Coronafallzahlen weiter an, könnte die 3. Welle zum Tag der Arbeit ihren Höhepunkt erreichen. Die Organisatoren beurteilen die Situation laufend neu.

Nora Bader
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1.-Mai-Umzug 2019. SP-Nationalrätin Samira Marti und mit erhobener Faust Basta-Grossrätin Tonja Zürcher.

1.-Mai-Umzug 2019. SP-Nationalrätin Samira Marti und mit erhobener Faust Basta-Grossrätin Tonja Zürcher.

Bild: Roland Schmid

Die Empörung war gross, als letztes Jahr am 1. Mai in Basel trotz Versammlungsverbot auch Politikerinnen und Politiker im Demonstrationszug mitliefen. Dieses Jahr werden die Grundvoraussetzungen andere sein. Das Versammlungsverbot ist nicht mehr in Kraft. Und die Polizei sagt auf Anfrage, es seien bisher zwei Gesuche für 1.-Mai-Kundgebungen eingegangen. «Mehr dazu können wir aktuell nicht sagen, die Gesuche befinden sich in Bearbeitung», so Polizeisprecher Toprak Yerguz gegenüber der bz.

Bei der Gewerkschaft Unia heisst es auf Anfrage: «Für den bevorstehenden 1. Mai ist ein Demonstrationszug ab Messeplatz bis Barfüsserplatz ohne umfassende Feierlichkeiten im Anschluss geplant.» Kleinere Veranstaltungen wird es voraussichtlich coronakonform an unterschiedlichen Orten geben. Wenn alles so stattfindet wie geplant, wird unter anderem basta-Grossrätin Heidi Mück an der Schlusskundgebung der Demo als Vertreterin des GAB eine Rede halten.

«Wir werden gemeinsam mit dem Basler Gewerkschaftsbund auf Basis der geltenden Schutzmassnahmen vor dem Coronavirus die Lage laufend neu beurteilen und so unter Umständen unsere Kundgebung verstärkt online austragen»,

so Unia Sprecher Felix Ulrich. Und weiter: Die Unia distanziere sich von jeglicher Form von Gewalt. «Die durch den Basler Gewerkschaftsbund organisierten 1.-Mai-Kundgebungen waren immer bewilligt und sind stets friedlich verlaufen. Soweit es die Schutzmassnahmen vor dem Coronavirus zulassen, wird entsprechend die Unia gemeinsam mit weiteren Gewerkschaften und linken Parteien Kundgebungen auf der Strasse nutzen, um den Alltag der Arbeitnehmenden weiter zu verbessern.» Im Vordergrund stehe für die Gewerkschaft aber die Sicherheit und der Gesundheitsschutz sämtlicher Beteiligten.

Konkretere Angaben werden kurzfristig gemacht

Anlässlich des Tages der Arbeit dieses Jahres setzen sich die Gewerkschaften für den Basler Mindestlohn in der Höhe von mindestens 23 Franken brutto pro Stunde ein. Die Bevölkerung stimmt am 13. Juni dieses Jahres über die entsprechende Initiative ab. «Ein Mensch muss mit dem Lohn einer Vollzeitstelle sein Leben bestreiten können. Dies ist eine Selbstverständlichkeit für das erfolgreiche Basel mit sozialer Tradition und eine Notwendigkeit, um Dumping-Löhnen ein Ende zu bereiten», so die Unia.

Konkretere Angaben zu den 1.-Mai-Feierlichkeiten könnten dann erst kurzfristig gemacht werden, heisst es bei verschiedenen Organisatoren. Denn die Signale sind klar: Es sei nicht auszuschliessen, dass der 1. Mai auf den Höhepunkt der dritten Welle falle.