FC Basel

Mehrwegbecher im St. Jakob-Stadion in der Warteschlange

Schönes Andenken für Matchbesucher.

Mehrwegbecher im St. Jakob-Stadion

Schönes Andenken für Matchbesucher.

Das Amt für Energie und Umwelt und Basel United werten den Mehrwegbecher-Test, der im St. Jakob-Stadion durchgeführt wurde, als positiv. 80 Prozent der Stadionbesucher sind zufrieden mit den Depot-Bechern. Doch das System hat noch Lücken.

Das Amt für Energie und Umwelt und Basel United sind der Überzeugung, der Test sei positiv ausgefallen. Sie haben nur wenig negative Rückmeldungen seitens der Stadionbesucher erhalten. Es scheint für viele keine grosse Sache zu sein, sich nach dem Spiel noch um den Becher zu kümmern und allenfalls eine kleine Warteschlange vor den Ständen auf sich zu nehmen.

Ausserdem sind die Fussballfans an das Depotsystem gewöhnt, da sie es bereits von anderen Anlässen kennen. Trotzdem: Beim Versuch sind noch einige Probleme und Unklarheiten aufgetreten, die es bis zur definitiven Einführung des Mehrwegbechers zu beseitigen gibt.

Als Andenken mitgenommen

Es ist schwer zu sagen, ob das Mehrwegsystem wirklich konsequent der Verschmutzung im Stadion entgegenwirkt. Der Becher kam nur an zwei von 28 Ständen zum Einsatz. Fakt ist, dass rund 30 Prozent der Becher nicht zurückgebracht wurden.

Basel United ist aber überzeugt, dass dies nicht aufgrund von Faulheit oder Angst vor langen Warteschlangen der Fall sei. Schliesslich hatten die Stadionbesucherinnen und Besucher die Möglichkeit, die Becher an allen Cateringständen zurückzugeben. «Einige Leute haben den Becher als Andenken behalten und mit nach Hause genommen», ist sich Jonas Blechschmidt von Basel United sicher. Besonders beim grossen Spiel gegen Manchester United, wo der Mehrwegbecher auch zum Einsatz kam, sei dies nachvollziehbar.

Logistische Herausforderung

Auf Probleme stösst man aber auch in der Logistik. Zwar lief an den zwei Ständen, an denen die Becher verteilt wurden, alles reibungslos ab. Damit die Becher aber überall zurückgegeben werden können, müssen bauliche Massnahmen an allen Ständen vorgenommen werden.

Insgesamt werden rund 1800 Becher pro Stand angeliefert. Hochgerechnet auf die 28 Stände ergibt dies ein riesiges Volumen an Bechern. Um das zu managen ist ein umfangreiches Logistikkonzept und ein entsprechendes Budget erforderlich.

Knacknuss seitens der Behörden

Das Logistikproblem von Basel United ist aber das kleinere Hindernis auf dem Weg zur Umsetzung. Auf Seiten der Behörden ist eine noch grössere Knacknuss zu finden. Es muss eine gesetzliche Grundlage für die Einführung des Mehrwegsystem bei öffentlichen Veranstaltungen geschaffen werden.

An kleineren Ständen vor dem Stadion werden anlässlich der Fussballspiele Getränke verkauft. Es ist naheliegend,  dass die sogenannten Gelegenheitsbewirtschafter auch verpflichtet sind, den Becher mit Depot zum Einsatz zu bringen. Das Hauptproblem ist, dass innerhalb des Stadions nur 2.4 prozentiges Bier, ausserhalb aber Vollvolumenbier ausgeschenkt wird. Deshalb dürfen die Konsumenten ihr Bier von draussen nicht mit ins Stadion nehmen.

Bevor Basel United sich um die Warteschlangen vor den Cateringständen kümmern kann, muss es sich zuerst selber in die Warteschlange stellen. Aufgrund der Probleme, deren Lösung viel Zeit und Geld in Anspruch nimmt, ist eine definitive Einführung des Mehrwegbechers in diesem Jahr auf keine Fall realistisch. Trotzdem ist Basel United gegenüber einer zukünftigen Umsetzung optimistisch eingestellt.

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