Mein Dreiland
Mageres Medien-Angebot im Badischen Bahnhof

Peter Schenk
Peter Schenk
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Wenn ich mit dem Zug nach Freiburg fahre, vertreibe ich mir gerne die Zeit im dortigen Bahnhofskiosk, um mir die eine oder andere deutsche Zeitschrift zu kaufen. Damit lässt sich auch ein Teil der Billettkosten amortisieren, denn die Zeitschriften sind in Deutschland erheblich billiger als in der Schweiz. So kosten das neue «Spiegel Geschichte» über den deutschen Kolonialismus oder das «Geo Epoche» zur Geschichte der Schweiz mit 16.50 Franken beziehungsweise 19 Franken fast 6 Franken mehr, wenn man es in Basel kauft. Das ist nicht neu, ärgert aber seit Jahren viele Schweizer Kunden.

Trotz der hohen Preise bin ich auch beim Warten auf den Zug nach Freiburg gerne in den gut sortierten Bahnhofskiosk im Badischen Bahnhof gegangen und habe mir für die Zugfahrt die «Badische Zeitung» gekauft. Das geht nicht mehr. Seit Anfang 2020 wurde hier der Coop Pronto erweitert. Er bietet zwar weiter Zeitschriften an, aber gegenüber früher ist das Angebot arg geschrumpft. Die «Badische Zeitung» gibt es nicht mehr, weil der Verlag laut Pressegrosshändler 7 Days die Belieferung der Schweiz eingestellt hat. In Bezug auf die Preisunterschiede teilt die Coop-Medienstelle mit, man halte sich an die Vorgaben der Verlage. Die Schweizer Preise seien «marktgerecht».

Vorher betrieb das deutsche Unternehmen Karl Schmitt Bahnhofsbuchhandlungen das Geschäft im Badischen Bahnhof. Geschlossen hat sie die Filiale auch, weil sich die Umsätze in Basel wegen der günstigeren Europreise «deutlich schlechter als im Unternehmensschnitt entwickelt haben», heisst es seitens der Geschäftsleitung. Die Kunden hätten sich oft beschwert. Bin ich aufgrund meines Kaufverhaltens mitschuldig an der Schliessung? Es gibt weitere Gründe: Generell sei der Pressemarkt wegen geänderter Mediennutzung wie mit Handy und Netflix unter Druck.

Das spürt man auch im Bahnhof SBB, wo «Press & Books» auf der Passerelle kürzlich geschlossen wurde. Das Angebot der Kioske ist mit dem «P & B» nicht zu vergleichen. Der Laden mit den französischen Printmedien, der sich im Westflügel befand, ist mit den Umbauarbeiten verschwunden. Bei Wiedereröffnung im Sommer soll es wieder einen Kiosk mit französischen Medien geben. Die Anzahl der Titel ist laut Betreiberin Valora noch offen. Es bleibt also Hoffnung.

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