Detailhandel
Migros Basel spürt Preissenkungen und Einkaufstourismus

Bei der Genossenschaft Migros Basel ist der Umsatz 2010 um 2,5 Prozent auf 1,086 Mrd. Fr. gesunken. Die Verbilligung des Sortiments um 2,9 Prozent und der durch den tiefen Euro bedingten Abwanderung von Kunden über die Grenze hinweg sind Schuld.

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Werner Krättli, Geschaeftsleiter der Migros Basel, ist trotz der Delle zufrieden

Werner Krättli, Geschaeftsleiter der Migros Basel, ist trotz der Delle zufrieden

Kenneth Nars

Trotz dieses Minus' zeigte sich Geschäftsleiter Werner Krättli am Mittwoch in Münchenstein vor den Medien mit dem Resultat zufrieden. Der Betriebsgewinn stieg von 20,1 auf 27,7 Mio. Franken. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 18,4 Mio. Franken. Das sind 3,7 Mio. Fr. weniger als im Vorjahr; 2010 hatte jedoch der Gewinn aus dem Verkauf einer Liegenschaft den Gewinn markant steigen lassen.

Preiskampf geht weiter

Durch die Sortimentsverbilligung entging der Migros Basel laut Krättli im vergangenen Jahr ein Umsatz von rund 30 Mio. Franken. Der orange Riese werden seine aggressive Preispolitik im laufenden Jahr fortsetzen, kündigte Krättli an. Damit wolle er die preissensible Kundschaft wieder zurückgeionnen.

Zu schaffen macht der Migros Basel namentlich die Abwanderung von Kunden über die Landesgrenze. Aufgrund der Statistik des Zollamts Lörrach über die Ausfuhrbescheinigungen geht Krättli davon aus, dass der Einkaufstourismus nach Deutschland 2010 wegen des tiefen Euros um über 17 Prozent zugenommen hat. Innerhalb von zwei Jahren betrage der Anstieg gar 30 Prozent.

Zumindest einen Teil dieser Einkaufstouristen kann die Migros Basel in ihrer Filiale in Lörrach auffangen. Nach Angaben Krättlis nehme der Anteil Schweizer Kunden dort zu. In ihren vier deutschen Läden konnte die Migros Basel 2010 ihren Umsatz 2010 um 1,1 Prozent auf 47,8 Mio. Euro steigern. Auf Franken-Basis resultierte jedoch ein Minus von 8,2 Prozent.

In Ludwigsburg eröffnet die Migros Basel nächste Woche ihre fünfte Filiale ennet der Grenze. Nach Angaben Krättlis soll es nicht die letzte sein. Migros strebe in Deutschland ein vernünftiges Wachstum an, das auch verkraftet werden kann. Weil die Migros- Produkte in Deutschland teils zu wenig bekannt sind, soll das Sortiment dort um gängige deutsche Handelsmarken ergänzt werden.

50 Stellen gestrichen

Der Umsatzrückgang im vergangenen Jahr wirkte sich direkt auf den Personalbestand aus. Die Zahl der Vollzeitstellen wurde um 50 auf 2625 gesenkt. Dadurch reduzierten sich die Personalkosten von 196 auf 192 Mio. Franken. Der Abbau erfolgte laut Krättli in erster Linie über die natürliche Fluktuation. Entlassungen habe es nur in Einzelfällen gegeben, wenn die Leistung nicht genügte.

Die Nettoinvestitionen wurden derweil um 11 Mio. auf 32 Mio. Fr. zurückgefahren. Grösster Brocken war 2010 die Erneuerung des M-Parcs in Basel, in die 22 Mio. Fr. gesteckt wurden. Dabei kostete allein die Erhöhung der Erdbebensicherheit 10 Mio. Franken.

Für 2011 eine «schwarze Null»

Im laufenden Jahr sind Investitionen von 40 Mio. Fr. budgetiert. In Pruntrut JU und Sissach BL sollen neue Standorte realisiert und in Allschwil der MMM erneuert werden. In Pratteln ist zudem ein Baumarkt geplant. Derzeit verfügt die Migros Basel im Detailhandel über 61 Standorte. Die Verkaufsläche wurde 2010 um 3645 m2 auf 96'943 m2 erhöht.

Für das laufende Jahr strebt Krättli beim Umsatz eine «schwarze Null» an. Dies sei aber ein anspruchsvolles Ziel. In den ersten beiden Monaten musste die Migros Basel bereits einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent verbuchen.

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