Nachruf
Ewägg

Ein Basler Meister des Wortwitzes ist vergangene Woche nach schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren gestorben.

Walter Loeliger
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Wer kennt es nicht, dieses «Jä wüsch dr Drägg ewägg, ewägg, ewägg, ewägg»? Seit mehr als 25 Jahren haben wir es im Ohr. Der geflügelte Vers ist das Markenzeichen des Schnitzelbanks Stroossewischer. Besser gesagt, war das Markenzeichen. Letzte Woche ist der Stroossewischer-Christian nach schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren gestorben.

Ein Meister des Wortwitzes war er, und ein Allrounder der künstlerischen Gestaltung. Zusammen mit seiner Stroossewischere eroberte er Beiz und Kleintheater, Keller und Säli, und auch auf den grossen Bühnen des Drummeli und des Stadttheaters ernteten die beiden manchen Beifallssturm. Der Auftritt kam aus einem Guss: Starke Larven, prächtige und oftmals bissige Helgen, ein präziser zweistimmiger Gesang voller Energie und Drive. Die Verszeilen lebten von bildhaften Formulierungen und überraschenden Wendungen, und zwischen den Zeilen war oftmals eine zweite Wahrheit versteckt.

Vo nüt kunnt nüt. An Ideen und Umsetzung haben die Stroossewischer jeweils lange gearbeitet. Auch die kreativen Zusammenkünfte mit Freundinnen und Freunden konnten nächtelang dauern. Ohne Konkurrenzdenken, laut, fröhlich, ernsthaft, freundschaftlich. Christian textete auch für andere. Er schrieb Chansons für Colette Greder und coachte Kinder beim Selberschreiben. Er selber spielte jahrelang im Tabourettli bei der Wirrlete mit. Unvergessen bleibt sein zum Schreien komisches Walk on the Wild Side, wo er einen Vordrääbler, der nicht im Schritt laufen konnte, spielte. Sein Guggegwäggi, das Tootemügerli auf Baseldeutsch, wurde immer wieder verlangt. Christian konnte seine Freunde auch zu Schweissausbrüchen bringen, wenn er fünf Minuten vor der Premiere mit dem Akkuschrauber letzte Änderungen am Bühnenbild vornahm. Der Spruch, die Farbe auf dem Helgenpapier sei noch nass, war bei ihm nie Koketterie.

Christian war vieles: Dichter, Sänger, Zeichner, Bühnenbildner, Klavierspieler, dazu auch Strahler, Hobby-Geologe, Höhlenforscher. Er war Ehemann, Vater, Grossvater. Ein wissbegieriger, begeisterungsfähiger, verlässlicher und liebenswürdiger Mensch.

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