Pharmaindustrie
Der zweite Roche Turm ist in einem Jahr fertig – 1000 Mitarbeiter werden von der Stadt aufs Areal umziehen

Der Pharmakonzern verfügt über zahlreiche Aussenstandorte. Diese werden nun schrittweise reduziert, wenn der zweite Turm bezugsbereit ist.

Andreas Möckli
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Im Baustellenlift aussen am Gebäude geht es ganz nach oben: Erstmals zeigte Roche den Ausblick des höchsten Gebäudes der Schweiz der Öffentlichkeit.

Simone Morger

Für manche sind die Roche-Türme von aussen keine Schönheit. Anders präsentiert sich das Bild von innen. Am Freitag hat der Pharmakonzern die Medien eingeladen, den zweiten Turm zu besichtigen. Das Grundkonzept ist das gleiche, der neue Turm ist mit 205 Meter rund 27 Meter ­höher als der erste. Durch die abgestufte Bauweise der beiden Bauten gibt es Terrassen, die begehbar sind.

Beide Türme bestechen innen damit, dass durch die Kombination aus weisser Bemalung der Wände und Säulen sowie der Einsatz von viel Holz eine angenehme Atmosphäre entsteht. Das Element der grossen Wendeltreppe, wie sie schon in viel älteren Roche-Bauten anzutreffen ist, wurde beim zweiten Turm erneut eingesetzt. Soweit zu den Ähnlichkeiten.

Das Element der grossen Wendeltreppe, wie sie schon in viel älteren Roche-Bauten anzutreffen ist, wurde beim zweiten Turm erneut eingesetzt.

Das Element der grossen Wendeltreppe, wie sie schon in viel älteren Roche-Bauten anzutreffen ist, wurde beim zweiten Turm erneut eingesetzt.

Kenneth Nars

Im neuen Hochhaus ist der Pharmakonzern vom puristischen Design des Bau 1 abgewichen, wie Standortleiter Jürg ­Erismann auf dem Rundgang sagte. Dank dem Einsatz warmer Farben und angenehmer Materialien entstehe mehr der Eindruck einer Wohnlandschaft und habe weniger Bürocharakter.

Bis zu 500 Personen parallel auf der Baustelle

Feste Arbeitsplätze wird es auch im Bau 2 keine mehr geben. Die Angestellten werden auf einzelne Stockwerke zugewiesen, die miteinander verbunden sind. Roche legt wie bereits im ersten Turm Wert darauf, dass es viele Möglichkeiten für die Mitarbeiter gibt, Gespräche zu führen – sei es in einem Sitzungszimmer, in einer Cafeteria oder an sonstigen Sitzgelegenheiten.

Die Roche-Verantwortlichen rechnen damit, dass die Mitarbeiter trotz des coronabedingten Homeoffice-Trends mehrheitlich im Büro arbeiten werden. «Wir gehen davon aus, dass die Angestellten vielleicht ein oder zwei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten werden», sagte Erismann.

So sieht es drinnen aus: Büroräume im zweiten Roche-Turm.

So sieht es drinnen aus: Büroräume im zweiten Roche-Turm.

Kenneth Nars

Ob es tatsächlich einen dritten Büroturm geben wird, ist völlig offen. Erismann sprach mit Blick auf die Pläne für ein drittes Hochhaus mehrfach von einer Vision. «Derzeit haben wir keinen Bedarf für weitere Büroflächen», sagt der Standortleiter. Die maximale Höhe für den dritten Turm betrage 220 Meter.

Das zweite Hochhaus soll etwa in einem Jahr beendet werden, die Fassade ist schon seit Anfang April fertig geworden. Der Innenausbau ist in den unteren Stockwerken nahezu abgeschlossen, nun arbeiten sich die Arbeiter nach oben. Bis zu 500 Personen arbeiten parallel auf der Baustelle.

Das kostet natürlich. Wie beim ersten Bau wirft Roche für den zweiten Turm 550 Millionen Franken auf. Ebenfalls im Bau ist der Forschungskomplex, der vor dem Bau 2 Richtung Wettsteinplatz entsteht. Hier werden nochmals 1,2 Milliarden Franken fällig.

Standorte in der Nähe des Bahnhofs gibt Roche auf

Der neue Bau wird Platz für 3000 Mitarbeiter bieten, die Kapazitäten des ersten Turms soll von 2000 auf 2600 Angestellte erhöht werden. Damit werden zahlreiche Aussenstandorte, die Roche in der Stadt derzeit mietet, wohl aufgeben werden.

Mittagessen auf Stühlen und Sitzbänken im neuen Roche-Turm.

Mittagessen auf Stühlen und Sitzbänken im neuen Roche-Turm.

Kenneth Nars

In die Karten lässt sich Roche nur bedingt blicken. Klar ist, dass das Unternehmen aus dem Elsässertor gleich beim Bahnhof SBB ausziehen wird. Das gleiche gilt für die Räumlichkeiten an der Hochstrasse, ebenfalls unweit des Bahnhofs. An den beiden Standorten arbeiten derzeit rund 1000 Mitarbeiter, die im nächsten Jahr in den Bau 2 einziehen werden.

Bei den anderen Standorten stehe der Entscheid noch aus, sagte Erismann. Über grössere Büros ­verfügt Roche in der Nähe des Aeschenplatzes, so etwa an der Gartenstrasse und am Picassoplatz. Derzeit arbeiten noch rund 3000 Angestellte ausserhalb des Roche-Areals.

Auch genügend Raum zum Entspannen soll es für die Mitarbeitenden geben.

Auch genügend Raum zum Entspannen soll es für die Mitarbeitenden geben.

Kenneth Nars

Fast schon im verborgenen hat Roche im ersten Quartal ­dieses Jahr ein weiteres Gebäude in Betrieb genommen. Es handelt sich auf Neudeutsch um das «Employee Center». Wie man es schon vom Novartis Campus kennt, befindet sich dort ein Fitnesscenter, eine Bank- und eine Coop-Filiale für die Angestellten.

Insgesamt investiert Roche auf ihrem Areal an der Grenzacherstrasse über 2,3 Milliarden Franken. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum wird als letztes fertiggestellt. Geplant ist die Einweihung Ende des Jahres 2023. Darunter entsteht derzeit eine Tiefgarage für 900 Autos und 1900 Velos.

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