Bauvorhaben

Sport- und Kulturzentrum «Dom»: Aesch will Marktlücke schliessen

Bild: Visualisierung/Häring & Co. AG

Seit Jahren ist der Bau des Doms in Aesch in Planung – die Gemeinde hält trotz Corona daran fest.

Bild: Visualisierung/Häring & Co. AG

Mit dem neuen Sport- und Kulturzentrum zielt Aesch darauf ab, internationale Events ins Baselbiet zu holen.

Man könnte sich fast keinen schlechteren Zeitpunkt als eine Pandemie für die Planung eines Sport- und Kulturzentrums vorstellen, das über 2'000 Personen Platz bietet. Doch der Aescher Gemeinderat trotzt der Coronakrise und hält am Bau des seit Jahren geplanten Doms fest. «Man weiss nicht, was in einem halben Jahr und schon gar nicht, was in drei oder vier Jahren sein wird», stellte gestern Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher (SP) anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung zum Grossprojekt im ehemaligen Polizeiposten klar. Betreffend Finanzen sei das Baselbiet und auch Aesch von der Pandemie weniger schwer getroffen worden als andere Regionen. «Klar spüren wir die Krise in der Gemeindekasse. Aber wir konnten in den vergangenen Jahren Reserven anlegen.»

Gerade in Krisenzeiten sollten Gemeinden, Kantone und Bund investieren, um auch das Gewerbe zu unterstützen. Schon fast mantramässig betonte der Gemeinderat zuletzt immer wieder, dass für die Finanzierung der Investition und des Betriebs keine Steuererhöhung nötig sein würde. Bei Gesamtbaukosten von 19,5 Millionen Franken keine Selbstverständlichkeit.

Gemeinderat mobilisiert die Vereine

Um die Bevölkerung noch umfassender über das Projekt zu informieren – und wohl auch zu überzeugen –, stellte die Gemeinde innerhalb kürzester Zeit eine Ausstellung auf die Beine. Sämtliche wichtigen Details zu Kosten, Architektur und Betrieb, ein Modell der Kuppel und der ganzen Löhrenacker-Sportanlage sowie unzählige Visualisierungen werden gezeigt. An drei Tagen werden Gemeindevertreter anwesend sein, um Fragen und Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher entgegenzunehmen und zu beantworten. Vereine können sich für separate Führungen anmelden. Der Gemeinderat ist sich wohl bewusst, dass mit der Unterstützung der Vereine ein Ja an der Gemeindeversammlung fast schon sicher wäre.

Nach reiflichen Überlegungen und auch Gesprächen mit Veranstaltern – darunter Act Entertainment – ist der Gemeinderat der festen Überzeugung, dass das Sport- und Kulturzentrum mit Dreifachturnhalle, Proberäumen, Konzertsaal und Garderoben einem Bedürfnis entspricht. «Es gibt in dieser Grösse nichts Vergleichbares in der Region», betont Verwaltungsleiter Roman Cueni. Nach kleineren Hallen komme gleich die St. Jakobshalle, die für viele Veranstaltungen schon wieder zu gross sei. Das Angebot an Räumlichkeiten für die Aescher Sport- und Kulturvereine heute ist knapp. Es komme immer wieder zu Überschneidungen und Konflikten. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass Aesch mit dem Dom über die Region hinaus strahlen würde. Dazu trage auch die Architektur mit der Kuppel aus Holz bei. Gemäss Architekt Ilja Schoilew von der Firma Häring & Co. AG sollen die rund 1'000 Kubikmeter Holz aus der Region stammen und in den Schweizer Wäldern innerhalb von einer Stunde nachwachsen.

Eine Herausforderung stellt das Mobilitäts- und Verkehrskonzept dar. Mit der an der Gemeindeversammlung im Juni verabschiedeten Erneuerung und Erweiterung des Parkplatzes reichen die Parkplätze auf der Sportanlage an 95 Prozent aller Veranstaltungen im Dom. Bei grösseren Veranstaltungen sei es möglich, Parkplätze ausserhalb des Areals zu benutzen und Besucherinnen und Besucher wenn nötig mit Shuttle-Bussen zum Löhrenacker zu bringen. Roman Cueni erinnert daran, dass Aesch mit dem Tram und der S-Bahn bereits heute sehr gut erschlossen ist. Es sei zudem denkbar, den Takt der Buslinie, die das Aescher Dorfzentrum mit dem Löhrenacker verbindet, bei grösseren Veranstaltungen abends oder am Wochenende zu verdichten. Die Gemeinde hofft zudem noch immer, dass das Gewerbegebiet «Aesch Soleil» nebenan eine zusätzliche ÖV-Anbindung erhält, wovon auch die Sportanlage profitieren würde.

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