Konzert-Reihe

Verdi, My Fair Lady und ein Tanz mit dem Teufel

Konzerte im Hof.

Konzerte im Hof.

Zum fünften Mal finden die «Konzerte im Hof» in der reformierten Kirche Pratteln statt. An drei bunt programmierten Samstagen.

«Konzerte im Hof» – klingt gemütlich: leichte klassische Musik an warmen Sommerabenden im Hof der reformierten Kirche in Pratteln. Im Schatten der grossen Bäume vor den noch viel älteren Mauern der spät­gotischen Kirche. Und sollte es regnen an einem der bespielten Samstage, bietet die Kirche ­Zuflucht – drinnen wie draussen in Pandemie-tauglicher Distanz.

Drei Konzerte umfasst das Programm im Jahr 2020, der fünften Ausgabe dieser sommerlichen Konzertreihe. Opernhaft ist der Start, mit Rachel und Gilles Bersier, einem Sänger-­Ehepaar, das sich in Fribourg niedergelassen hat. Sie stammt aus New York, ist neben ihrer Bühnen-Karriere auch als Gesangslehrerin und Jurorin geschätzt und wurde vom britischen «Guardian» mit der Varnay oder der Nilsson verglichen.

Der Tenor wurde in London geboren und hat in Fribourg bei den petits chanteurs die Liebe zum Singen gefunden. Zusammen leiten sie die Opéra de Poche de Fribourg und einige Kostproben aus diesen Programmen – solo oder im Duett – werden sie auch in Pratteln begleitet vom Pianisten Florent Lattuga servieren. Die Bandbreite reicht von Verdis Brindis aus «La Traviata» und Opern-Arien von Wagner, Puccini oder Bizet über Operetten-Hits von Franz Lehár bis zu Musical-Evergreens aus «West Side Story», «Showboat» oder «My Fair Lady».

Mozart, Spätromantik und Jazz-Trio

Die Klarinette steht im Zentrum des zweiten Abends, und zwar gleich zu dritt. Keine gängige Besetzung, aber Tair Carmeli, Raouf Mamedov, den man in Basel auch als Pianisten und Liedbegleiter kennt, und Jürg Gutjahr haben ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Es reicht von einem Mozart-Divertimento über Trios von den wenig bekannten Klarinettisten-Komponisten Joseph Friedrich Hummel, dem Gründer des Salzburger Mozarteum-Orchesters, und dem Franzosen Jacques Bouffil bis hin zu einem «Prelude and Fuge» vom spätromantischen britischen Komponisten Richard H. Walthew. Den gut gelaunten Abschluss bilden Jazz-Trios vom Klarinettisten und Saxo­fonisten Adi Reininger.

Der dritte Abend schliesslich steht im Zeichen der Tonart C-Dur, und wenn die Besetzung dabei diejenige eines Streichquintetts ist, dann denkt man sofort an der berühmte Quintett von Schubert, eines seiner letzten Werke. Das Streichquartett des in Basel lehrenden Geigers Egidius Streiff, verstärkt durch den Cellisten Sébastien Singer, spielt dieses Gipfelwerk der Kammermusik-Literatur. Davor erklingt das «Dissonanzen-­Quartett» von Mozart, natürlich ebenfalls in C-Dur, und zum Eingang holt das Quartett die Fantasiewelten des romantisch-unheimlichen Kapellmeisters Kreisler, wie ihn E. T. A. Hoffmann als sein «alter ego» erfand, auf die Bühne. C-Dur ist in dessen Tonarten-Charakteristik ein wilder Tanz mit dem Teufel – natürlich im Fortissimo.

Konzerte im Hof, 11., 25. Juli,
8. August, jeweils 18 Uhr.
www.konzerteimhof.ch

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