Vorfasnacht
Charivari 2022: Hoffen auf den Ticket-Schlussspurt

Die Verantwortlichen der Vorfasnachtsveranstaltung sind euphorisch. Nur der bisherige Ticketverkauf sorgt für lange Gesichter.

Maximilian Karl Fankhauser
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Die Vorstandssitzung zu Zeiten von Corona. Ein kleiner Lustmacher darauf, was die Zuschauer am Charivari 2022 erwarten wird.

Die Vorstandssitzung zu Zeiten von Corona. Ein kleiner Lustmacher darauf, was die Zuschauer am Charivari 2022 erwarten wird.

Kenneth Nars

Es ist viel los an diesem Mittwochmorgen im Kleinbasler Volkshaus. Zelte und Rampen werden aufgestellt, der Aufbau des Caterings ist in vollem Gange und auch die Technik im Saal ist vielbeschäftigt. Was alle spüren, spricht Walter Studer aus: «Ändligg ysches so wyt - S ysch wider Charivari-Zyt.» Sie ist Obmann Walter Studer, Programmchef Erik Julliard und Regisseur Lucien Stöcklin anzusehen, diese Euphorie. Studer erzählt, er habe Entzug gehabt. «Ich habe mittlerweile ein paar Kilo mehr auf den Rippen, weil ich im letzten Jahr nicht für das Charivari herumrennen konnte.»

Auch der Programmchef geizt nicht mit Versprechungen: «Wer das Charivari in diesem Jahr nicht sieht, hat halt Pech gehabt», sagt Julliard. Stöcklin übt sich ein wenig mehr in Demut: «Ende des letzten Jahres habe ich noch nicht daran geglaubt, dass wir am Samstag auf dieser Bühne stehen werden.»

Auf der Bühne werde ein kleineres Ensemble als auch schon zu sehen sein, sagt Stöcklin. «Es ist aber viel musikalischer.» Geprägt werden die Rahmenstücke, wie auch unsere momentane Realität von Corona. Das Wort wird an der Medienkonferenz im Volkshaus aber nicht ausgesprochen.

Neuzugänge werten Programm auf

Zum elften Mal bereits gibt Erik Julliard den Programmchef. «Das musikalische Niveau in diesem Jahr ist extrem hoch.» Hervorheben will Julliard die Peifergruppe Schäärede. «Das sind Menschen vom Volk, die fürs Volk Musik machen», sagt er. Auch die Neuverpflichtungen bereiten dem Programmchef grosse Freude. Neben ihrem Hausbank Gwäägi konnte noch das Rollator Rösli dazugewonnen werden, die Schotte Clique vergrössert die Guggenbeteiligung am Charivari 2022. «Wir wollten das Beste vom Besten und das haben wir glaube ich erreicht», sagt Julliard.

PK Charivari 2022, Volkshaus Basel: von links: Lucien Stöcklin, Regisseur, Walter F. Studer, Obmann, Erik Julliard, Programmchef

PK Charivari 2022, Volkshaus Basel: von links: Lucien Stöcklin, Regisseur, Walter F. Studer, Obmann, Erik Julliard, Programmchef

Kenneth Nars

D'Knaschtbrüeder, zwei Musiker aus dem benachbarten Schopfheim nehmen im Volkshaus die Baseldeutsche Sprache unter die Lupe und vergleichen sie mit dem Alemannischen. Auf die Drummelgruppe Top Secret freut sich Julliard, wenn auch aus persönlichen Gründen, besonders. «Entschuldigen Sie meinen Ausdruck, aber das ist einfach das geilste», sagt er. Warum sie sich nicht Top Secret Drum Corps nennen am Charivari? Drummelgruppe Top Secret sei der Gründungsname, welcher 2003 fürs Basel Tattoo abgeändert wurde. Zudem werden sie mit normalen Basler Trommeln auftreten. Die Snares hätten nicht ans Charivari gepasst, sagt der Programmchef.

Keine Zweitbesetzung

Den emotionalen Schluss gebe es mit der Nummer «E Draum», einer noch nie zuvor gesehenen Darbietung im Volkshaus. Dort, wo am Samstag die Premiere stattfinden wird, ist seit dem letzten Charivari so einiges passiert. Ein Facelifting habe es erhalten, dennoch gebe es Platz für Tradition, sind sich die Drei einig. Also auch Platz für ein Charivari. Ein Charivari, bei dem es Pandemietechnisch noch keinen Plan B gibt. «Wir haben keine Zweitbesetzung», sagt Stöcklin. Während der Proben habe man es auch geschafft, wenn jemand im Ensemble in Isolation oder Quarantäne gewesen ist. Auch das Schutzkonzept steht. Damit haben die Verantwortlichen aber länger zugewartet. «Da muss man cool bleiben und so lange warten, wie möglich», sagt Julliard. Es könne sich immer wieder etwas ändern, da wolle man wenn möglich auf dem neuesten Stand sein.

Dass sich vieles um Corona dreht, merkt man auch an der Rahmenstück-Kostprobe. Dort kämpft eine Clique mit den Tücken einer Online-Vorstandssitzung, der Protokollist sitz gar mit Unterhose und Sakko vor seinem PC. Und zum Abschluss heisst es: «Wer sehen will, wies ausgeht, der muss ans Charivari 2022 kommen.»

Bis jetzt konnten die Verantwortlichen 70 Prozent ihres Ticketbestandes verkaufen. Deswegen hoffen sie auf einen Schlussspurt auf die Tickets. «Fünf Prozent mehr wären schon schön», sagt Julliard.

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