Coronavirus

Wie weiter nach dem OP-Verbot? In zehn Tagen werden das Kantons- und das Unispital zum Spagat gezwungen

Das Bruderholzspital bleibt vorerst auf Corona-Patienten spezialisiert.

Das Bruderholzspital bleibt vorerst auf Corona-Patienten spezialisiert.

Ab dem 27. April dürfen Spitäler wieder alle Eingriffe durchführen. So einfach, wie er klingt, ist der Entscheid des Bundesrates für das Basler Unispital und das Kantonsspital Basellnd nicht. Ressourcen bleiben durch Corona-Behandlungen gebunden.

Der Entscheid des Bundesrates könnte nicht klarer sein. Ab dem 27. April gilt: «Spitäler dürfen wieder alle Eingriffe vornehmen. Ambulante medizinische Praxen können ihren normalen Betrieb wieder aufnehmen und sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen.» Doch während Arztpraxen, Therapeuten und Privatspitäler in zehn Tagen wohl tatsächlich langsam den Normalbetrieb aufnehmen können, ist dies beim Universitätsspital Basel (USB) und Kantonsspital Baselland (KSBL) schwieriger.

«Wir werden sicher nicht ab Tag Eins alle Dienstleistungen wieder so hochfahren können, wie sie vor der Coronakrise waren», sagt USB-Sprecher Nicolas Drechsler auf Anfrage der bz. Sowohl USB wie auch KSBL haben weiterhin den Auftrag, Coronapatienten zu behandeln. «Das Bruderholzspital wird vorerst ein Covid-Referenzspital bleiben, schliesslich müssen wir bereit sein, sollte es doch noch eine zweite Welle geben», sagt KSBL-Sprecherin Anita Kuoni. Man analysiere aber, inwiefern später am Standort auch andere Behandlungen möglich sind.

Getrauen sich wieder mehr Menschen ins Spital?

KSBL und USB haben bereits vor dem Bundesratsentscheid damit begonnen, Konzepte zu erarbeiten. Ein Spagat. Dem KSBL fehlt zumindest zu Beginn ein ganzer Standort und auch beim USB werden vor allem auf der Intensivstation viele Ressourcen gebunden.

Was es nicht geben wird, ist eine Liste, welche Behandlungen sofort wieder möglich sind und welche nicht: «Man kann und soll sich mit allem an uns wenden», sagt Kuoni. Operationen, Sprechstunden, Therapien, stationär oder ambulant, alles sei möglich – auf die Kapazitäten komme es an. Die Frage ist auch, wie die Nachfrage sein wird. Dazu Drechsler: «Wir haben signifikant weniger Herzinfarkt- und Hirnschlagpatienten, die zu uns kommen, obwohl es sicher nicht weniger gibt. Wir wissen nicht, wie sich die Bevölkerung nach Corona verhalten wird.»

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