Baden

Besichtigung Felslabor Mont Terri in St. Ursanne und Energy Park mit Eventmuseum

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Besichtigungen des Felslabors Mont Terri in St-Ursanne und des Energy Park mit Eventmuseum in Laupersdorf durch die ABB Pensionierten

Ziemlich früh mussten wir aus den Federn, denn die Abfahrt war auf 6.40 Uhr am Parkplatz an der Aarebrücke angesetzt. Die übrigen Teilnehmer holten wir anschliessend am ABB Haupteingang in Baden ab. Den Morgenkaffee mit Gipfeli wurde uns durch unsere Bordbegleiterin Trudy serviert. In zügiger und staufreier Fahrt erreichten wir pünktlich das Felslabor Mont Terri in St-Ursanne. Von unserem Besucherkoordinator Heinz Hauser wurden wir im Besucherzentrum mit Kaffee und Erfrischungsgetränken empfangen. Auch konnten wir hier die Ausstellung besichtigen.

Im Vortragsraum begrüsste uns Herr Hauser und stellte uns den zweiten Führer, den pensionierten Geologen Herr André Lambert vor. Der interessante Vortrag befasste sich im ersten Teil mit dem Stand der Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Schweiz. Ausführlich wurde uns aufgezeigt „Wie“ die Entsorgung geplant wird und „Wo“ eignet sich der Untergrund für einen sicheren Entsorgungsnachweis und für den Sachplan Geologischer Tiefenlager.

Im zweiten Teil wurde speziell auf das Projekt Mont Terri eingegangen. So erfuhren wir von der Organisation und von den Projekten. Wie sich zeigt, eignet sich der Opalinuston am besten für die Lagerung der radioaktiven Abfälle. Aufgrund seiner Stabilität über Millionen von Jahren und durch seine Eigenschaft, dem Aufquellen bei Eindringen von Feuchtigkeit und damit dem Abdichten nach aussen, wird er bevorzugt.

Während dem Vortrag und auch danach konnten wir Fragen stellen, die uns von den beiden Führern verständlich beantwortet wurden.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, wurden wir mit Schutzhelmen und einem Ortungsgerät ausgerüstet und fuhren in Minibussen in das Felslabor ein. Für die Sicherheit war Frau Nathalie Artho verantwortlich. Im Stollen herrscht leichter Überdruck, um das Eindringen von möglichen Abgasen und Rauch vom nahen Autobahntunnel zu verhindern. Im Tunnel herrscht ganzjährig 13° C. Warme Kleidung war angezeigt. In rund 1½ Stunden wurden wir durch die Stollen und Nischen des Felslabors geführt. Es würde zu weit führen, um auf die einzelnen Experimente, Tests, Versuche und Simulationen und deren Messgeräte einzugehen. Für uns Laien war es fast unvorstellbar, mit welcher Akribie die Forscher und Techniker der 13 weltweiten Partner der Aufgabe einer sicheren Lagerung der radioaktiven Abfälle nachgehen. Zurück wieder im Besucherzentrum, verabschiedeten wir uns von unseren Führern und der Sicherheitsbeauftragten und überreichten ihnen als Präsentli „Badener Steine“ mit dem Hinweis, dass sich diese Steine nicht für Atomlagerung eignen würden.

Weiter ging die Fahrt durch den herbstlichen Jura, nach Welschenrohr zum Gasthof Kreuz, wo wir unseren schmackhaften Zmittag einnahmen.

Von dort aus waren es nur einige Minuten nach Laupersdorf zum Energy Park mit dem Eventmuseum. Der Inhaber Herr Martin Jaggi begrüsste uns und erzählte uns lebhaft und pointiert über seine Sammelleidenschaft schon in der Jugendzeit. Als 18-Jähriger kaufte er seinen ersten Oldtimer, einen Studebaker. Als Fortsetzung entstand daraus die Sammelleidenschaft für alte Tanksäulen. So erhielt er als Geschenk eine Sammlung von alten Tanksäulen, die er aus Platzgründen an den Waldrand in Gänsbrunnen stellte. Dies wurde von der Obrigkeit nicht akzeptiert und so musste er sie in einen Holzanbau unterstellen. Im Laufe

der Zeit kamen so über 600 Tanksäulen aus der ganzen Welt zusammen. Darunter auch Raritäten und Einzelstücke, die sonst nirgends zu finden sind. Zu einzelnen Stücken konnte Herr Jaggi Fotos von ihrem alten Standort zeigen. So von einer Garage in der Innerschweiz. Ein Besucher erkannte kürzlich seinen Grossvater darauf. Auch das Foto der „Dresdner Tanksäule,“ das im Hintergrund Ruinen zerbombte Häuser zeigte. Diese Tanksäule war ursprünglich braun lackiert und nach dem Krieg rot überstrichen. So erfuhren wir die Anekdote vom Studebaker, den Herr Jaggi vor langer Zeit verkaufen musste. Rein zufällig sah er viele Jahre später in einer Zeitschrift die Annonce von einem alten Studebaker, der in Zürich zu kaufen sei. Wie sich herausstellte, war es sein ehemaliger. Inzwischen steht er auch in der Ausstellung. Auf dem Rundgang konnten wir vieles in Erfahrung bringen, sei es über die Tanksäulen, den Oldtimern und über die in einer Sonderausstellung stehenden alten Musikboxen. Auch Herr Jaggi erhielt von uns Badener Steine, geeignet zum Sammeln von Kalorien.

In der Bar im Erdgeschoss machten wir unsere Trinkpause und wer wollte, konnte auch ein süsses Stück zu sich nehmen.

Die Heimfahrt erfolgte ohne grosse Behinderung. Lediglich die Mellinger Strasse erwies sich als Geduldsprobe. Vielen Dank unserem versierten Chauffeur Willi Vogelsang für die sichere Fahrt und unserer Bordbegleiterin Trudy.

Ein ereignisreicher Tag, mit vielen neuen Eindrücken und gegenseitigen Gedankenaustausch ging zu Ende. hsch

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