Am Samstag des 19. Novembers 2011 trafen sich die Mitglieder des Walliser Vereins Baden Und Umgebung zu ihrer traditionellen Generalversammlung im Gasthof Sternen zu Wettingen.

Um die 50 Neuwalser folgten dem Aufruf ihres neuen Präsidenten Fredy Imhof zu geselligem und geschäftlichem Zusammensein in der geschichtsträchtigen Ritter Heinrich Stube.

Der Aufmarsch war in den letzten Jahren bei etlichen Anlässen nicht mehr so zahlreich wie auch schon, und so stand der Verein noch vor drei Jahren vor dem ‚Aus'. Doch die Heimatliebe zu unserem Gebirgstal war stärker und so wurde der Verein in letzter Minute noch von einem harten Kern unter der Leitung von alt Präsident Peter Schmid gerettet.

Heute scheint es, hat sich der Verein wieder erholt und steht zu seinen uralten Bräuchen, Sprache und Eigenart, geprägt durch die raue aber gleichzeitig wunderbare Bergwelt. Doch gerade dieser geografisch enge Raum wurde schon einmal in der Geschichte zu eng, dass viele ‚Walser' wie sie damals hiessen das Tal verlassen mussten und in angrenzenden Bergregionen eine neue Heimat suchten.

Dies ereignete sich vor ca. 600 Jahren. Sie besiedelten das Aostatal und das Pomatt (Formazzatal) in Norditalien, das Bündnerland in der Schweiz (Vals) bis zum Vorarlberg ( Grosses und Kleines Walsertal), wo man heute noch auf Spuren stösst, sei es in den typischen Walserhäusern oder der typischen Sprache des ‚Walsertitsch'.

Eine weitere Auswanderungswelle in der neueren Zeit (20. Jahrhundert) erfolgte dann durch die Industrialisierung und wirtschaftliche Entwicklung in den Städten der Schweiz (Genf, Zürich, St. Gallen). Viele junge Walliser suchten in den attraktiven Stadtregionen Ausbildung und Arbeit. Und so kam es zu den ersten Gründungen von Walliser Vereinen. Sie suchten ihre gegenseitige Nähe und einen Platz in der Fremde, wo sie sich regelmässig zu geselligen und anderen Anlässen trafen.

So entstand 1955 auch der Walliser Verein Baden und Umgebung wohl wegen der Nähe der ABB, damals noch BBC (Brown Boveri Company). Ich erinnere mich noch gut an diese Zeit, als man sich bei der Jobsuche behilflich war und gestrandeten ‚Neuwalsern' einen heimeligen Unterschlupf bot.

Doch das sind ‚tempi passati'. Heute sind die Nachkommen der damaligen Walser in Gesellschaft und Wirtschaft gut integriert und spielen sogar eine wichtige Rolle, man denke nur an Werner Kämpfen den früheren Tourismusdirektor Schweiz oder Armin Walpen den TV Verantwortlichen des Schweizer Fernsehens oder den langjährigen Polizeikommandanten des Kantons Aargau Dr. Léon Borer (Mitglied unseres Vereins) oder gar den Fifa Direktor des Weltfussballs Sepp Blatter.

Doch zurück zur diesjährigen GV des Walliser Vereins Baden Und Umgebung. Der geschäftliche Teil, der dem mundigen Nachtessen folgte, wurde vom Vorstand in souveräner Weise abgewickelt und das Fussvolk war zufrieden mit der Arbeit der letztes Jahr Neugewählten Vorstandsmitglieder Ruth Ringele, Adrian Brantschen, Jörg Stumpf, Peter Schmid und Fredy Imhof. Sie organisierten für ihre Mitglieder attraktive Anlässe wie z.B. einen kulturellen Abend an dem Wilfried Meichtry, ein Kenner und ‚Ausgewanderter' des Wallis interessante Geschichten aus dem Pfynwald erzählte, oder ein gediegener Raclette Sonntag in der Würenloser Waldhütte. Die diesjährige Vereinsreise führte nach Grenchen, wo Unter dem Namen Zämucho das Treffen der Walliser Vereine der deutschsprachigen Schweiz stattfand und durch die Vereine Grenchen, Olten und Solothurn organisiert wurde. Dieser Anlass findet alle fünf Jahre statt.
Mit Ruedi Imhof konnte nach 3jähriger Vakanz wieder ein strammer Fähnrich ernannt werden.
Finanziell ist der Verein mit einem Budget 2012 von Fr. 4000.- und einem Vermögen von Fr. 9000.- auf gesunder Basis gestellt. Die Jahresbeiträge können mit Fr. 50.- pro Familie und Fr. 35.- pro Einzelmitglied unverändert belassen werden.
Im nächstjährigen Jahresprogramm ist u.a. ein Vortrag von Hermann-Josef Biner (Präsident des int. Bergführerverbandes, Unternehmer, Musiker, Walliser des Jahres 2010 des Vereins Plenum VS, usw.) und eine Vereinsreise in ein Walsergebiet vorgesehen, was auf grosses Interesse der Mitglieder stossen dürfte.

Zur Auflockerung des Abends trat zur Freude aller das Duo ‚Mattermania' mit Songs des unvergesslichen Mani Matter auf. Wer kennt nicht die Klassiker ‚Ich han äs Zündhölzli azündt' oder ‚Der Färdinand isch gschtorbe' des allzu früh verstorbenen Berner Mundartmusikers.

Im zweiten Teil des Abends ging das traditionelle ‚Lotto' regelkorrekt über die Bühne mit bekannterweise Gewinnern und Verlierern von schönen Preisen aus bekannten Walliser Kostbarkeiten wie ‚Hamma', ‚Speck' und ‚Trockenfleisch'.

Den Abschluss bildete die Hymne ‚Nennt mir das Land so wunderschön, das Land wo ich geboren bin', wo jedermann noch einmal kräftig im Stehen und mit Wehmut mitsingen konnte.

Vielen Dank für einen selten prächtigen Anlass und auf Wiedersehn bis zum nächsten Mal 2012.