Kaum ist die staatliche Einheitskrankenkasse vom Volk deutlich verworfen worden, drohen neue politische Entwicklungen, welche die Krankenversicherung schrittweise verstaatlichen und verteuern. Dieter Boesch, Chef der Kranken- und Unfallversicherung Aquilana in Baden, hält nicht viel von diesen Plänen. Dies sagte er an der 122. Generalversammlung im Wettinger Tägi, an der rund 500 Mitglieder und Gäste teilnahmen.

Wachsende Bürokratie in der Krankenversicherung – wo ist der Mehrwert?

In seiner kritischen Gesamtschau streifte Geschäftsführer und VR-Präsident Dieter Boesch verschiedene Gesetze und Absichten, die in Bern auf dem Tisch liegen. Scharf ins Gericht ging Boesch mit der Gesundheitsreform 2020, die von Bundesrat Berset bereits 2014 vorgestellt worden ist. Absicht dieser Reform sei u. a., die Lebensqualität der Bevölkerung sowie die Versorgungsqualität zu sichern und zu erhöhen. «Was auf den ersten Blick gut tönt, läuft faktisch aber darauf hinaus, schrittweise eine Verstaatlichung zu erzielen, gleichzeitig wachse die Bürokratie. Wo ist der Mehrwert?», so Boesch. Es empfehle sich deshalb, alle Massnahmen, welche die Krankenversicherung bürokratischer und teurer machen, abzulehnen. – Dieter Boesch und die Aquilana sind durchaus glaubwürdig bei solchen Aussagen. Denn der in Baden ansässige Kranken- und Unfallversicherer Aquilana verzeichnet seit Jahren sehr hohe Kundenzufriedenheit, starkes und nachhaltiges Wachstum und solide Finanzpolster.

Wieder stark gewachsen, aber negatives Betriebsergebnis

Die 122. Generalversammlung im Wettinger «Tägi» vom vergangenen Freitag stand also unter einem guten Vorzeichen. Die rund 500 Mitglieder und Gäste behandelten alle Traktanden problemlos. Einziger Wermutstropfen ist das bereits im Vorjahr angekündigte Unternehmensergebnis mit einem Minus von 5,1 Mio. Franken. Trotzdem ist das finanzielle Polster für die Zukunft intakt. Die Rückstellungen sind noch einmal massiv verstärkt worden. Der gesetzlich vorgeschriebene Reservesatz von 20 Prozent wird übertroffen und beträgt 23,8 Prozent. Aquilana zählte am 1. Januar 2015 rund 44'000 Versicherte.

Die Aquilana bietet die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), eine freiwillige Taggeldversicherung (KVG) sowie sieben unterschiedliche Produkte im Bereich der freiwilligen Zusatzversicherungen an. Die meisten Kunden stammen aus den Kantonen Aargau und Zürich. Aquilana beschäftigt am Sitz in Baden 38 Mitarbeitende und betreibt das Geschäft ohne externe Niederlassungen. Die Aquilana ist eine der führenden Krankenversicherungen mit Sitz im Kanton Aargau.