Zur Saisoneröffnung des Kurtheaters Baden erwartet uns dieses Jahr eine Uraufführung. Kurz vor der Premiere stellt sich die Regisseurin den Fragen der Freunde Kurtheater Baden.

Am Mittwochabend hatten die Mitglieder der Freunde Kurtheater Baden das besondere Vergnügen, sich mit Adriana Altaras, der Regisseurin des Stücks „Melnitz“, unterhalten zu können. Zusammen mit dem Musiker Wolfgang Böhmer, mit dem sie verheiratet ist, hat sie Charles Lewinskys Roman ‚Melnitz’ dramatisiert. Unter der Moderation der Präsidentin der Freunde Kurtheater Baden, Katharina Merker, hat sie höchst präsent und charmant Auskunft über ihr Leben, ihre Arbeit und das laufende Projekt gegeben. Ohne Berührungsängste hat sie dabei bereitwillig auch aus ihrem Leben berichtet, von ihrer Flucht als Kind aus Zagreb oder – schwer fassbar in unserer nach ihrem Selbstverständnis offenen und toleranten Gesellschaft – von persönlichen Angriffen auf sie, weil sie jüdisch ist

Neben vielen erfreulichen Dingen ihrer aktuellen Arbeit kam sie auch auf besondere Schwierigkeiten zu sprechen: Die Herausforderung beispielsweise, ein Werk von 800 Seiten ohne spürbaren Verlust an Substanz auf eine Bühnenfassung „herunterzubrechen“. Unumwunden gab sei dabei zu, dass sie die Titelfigur „Melnitz“ auch schon mit ihrer moralinsauren Art genervt habe. Sie betonte, dass wir im Stück ausschliesslich die Sprache Lewinskys hören, der ein grosser Könner des dialogischen Schreibens ist. Der Abschluss und Höhepunkt des Abends bot ein Einblick in die Inszenierung, ein gut halbstündiger Probeausschnitt, der den Appetit auf das ganze Stück gerade noch einmal gesteigert hat. (BB)