Pro audito Baden, der Verein für Menschen mit Hörproblemen, hat sich an seiner letzen Zusammenkunft, die öffentlich ausgeschrieben war, diesem aktuellen Thema angenommen. Als erfahrener Architekt konnte Herr Albert Capaul aus dem Vollen schöpfen. Er selber war für diese Frage sensibilisiert worden, als seine Eltern alt und gebrechlich wurden. Heute ist er Mitglied der Arbeitsgruppe Wohnen im Alter des Senioren- und Seniorinnenrates der Region Baden. Zugleich ist er Jury-Mitglied beim Architekturwettbewerb für den Neubau der Alterswohnungen im Kehl in Baden. Gemäss Prognose wird sich in der Zeitspanne von 2000 bis 2020 der Bevölkerungsanteil der über 85-Jährigen verdoppeln und zwei Drittel von ihnen werden ihr Leben selbständig meistern, vorausgesetzt, dass altersgerechte Wohnungen vorhanden sind. Der Aufenthalt in Heimen ist teuer geworden; deshalb ist es wichtig, dass man möglichst lange in seiner Wohnung bleiben kann. Der Zugang zu einer altersgerechten Wohnung muss für Rollator und Rollstuhl oder mittels Treppenlift möglich sein, und das Badezimmer sollte so geräumig sein, dass es mit Hilfsmitteln benützbar ist. Oft ist empfehlenswert, die Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen. Zwei Beispiele aus der Praxis: An der Bahnhofstrasse in Turgi ist es dank privater Initiative gelungen, in einem Neubau sechs hindernisfreie Genossenschaftswohnungen zu erstellen, welche zu erschwinglichen Preisen vermietet werden können. Hochinteressant ist das St. Galler Projekt SOLINSIEME, bei dem durch Umnutzung von alten Fabrikräumlichkeiten 17 Wohnungen von unterschiedlicher Grösse entstanden sind. Der Einzelne verfügt über eher kleinere Privaträume, dafür gibt es aber grosszügige Gemeinschaftsräume. Damit wird den beiden Bedürfnissen nach Privatsphähre und Gemeinschaft Rechnung getragen. Albert Capaul wünschte sich, dass die politischen Behörden die Idee des altersgerechten Wohnens vermehrt aufnähmen und entsprechende Projekte unterstützten.  LS