Der Badener Kranken- und Unfallversicherer Aquilana weist für 2015 wieder schwarze Zahlen aus. Zwar sind die Kosten erneut deutlich gestiegen, doch höhere Prämieneinnahmen und rentable Finanzanlagen tragen zum positiven Resultat bei. Die Versichertenzahl von 44'000 Personen per 1. Januar 2016 ist stabil geblieben. Die Prämieneinnahmen betragen 181 Millionen. Mit tiefen Verwaltungskosten und höheren Rückstellungen ist das Unternehmen auf Kurs.

Aquilana hat ihren Ruf als kundennahe Kranken- und Unfallversicherung gefestigt. Denn nach hohem Wachstum im Vorjahr ist es gelungen, die Kundenzahl in der Obligatorischen Krankenpflege-Versicherung (OKP) auf hohem Niveau zu stabilisieren. So waren per 1. Januar 2016 rund 44'000 Personen bei Aquilana versichert. Gleichzeitig ist das Badener Versicherungsunternehmen wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dazu beigetragen haben höhere Prämieneinnahmen und eine gute Rendite der Finanzanlagen.

Kostensteigerungen überraschen immer wieder

Mit stärkeren Rückstellungen und einem sehr kostenbewussten operativen Betrieb ist Aquilana gut unterwegs. Doch ein Sorgenkind bleibt: Stärker als erwartet sind nämlich die durch die Versicherten verursachten Kosten gestiegen. CEO Dieter Boesch: «Wir haben zwar alle wesentlichen Faktoren im Griff. Doch die starke Kostenentwicklung in der OKP – also die Leistungen, die von den Versicherten für Behandlung und Heilung beansprucht werden – überrascht uns immer wieder. So hatten wir im Budget für 2015 mit 4,3 Prozent höheren Kosten gerechnet; tatsächlich aber betragen sie happige 5,9 Prozent.»

Das finanzielle Polster für die Zukunft ist intakt. Die Rückstellungen sind noch einmal verstärkt worden. Der gesetzlich vorgeschriebene Reservesatz von 20 Prozent wird klar übertroffen, und die KVG-Solvenzquote liegt bei hohen 156 Prozent.

Höhere Kosten für Arzt und Medikamente – Spitalkosten stabil

Die Prämieneinnahmen haben auf 181 Mio. zugenommen (+5,9 %). Etwas schwächer angestiegen sind die von den Versicherten verursachten Kosten von 172,1 Mio. (+4,6%). Der grösste Ausgabenblock geht auf das Konto der Spitalleistungen; aber im Gegensatz zu früheren Jahren sind diese Kosten stabil. Stärker gestiegen, nämlich um 10,5 %, sind die Arztkosten und die Ausgaben für die verabreichten Medikamente (+14,1%). Die Verwaltungskosten sind mit 5,1 % des gesamten Prämiensolls (KVG und VVG) noch einmal leicht gesunken; Aquilana arbeitet also sehr effizient und gehört im schweizerischen Konkurrenzvergleich zu den Besten.