Endet die seit Jahrzehnten andauernde Leidensgeschichte jetzt mit einem "fait accompli"?

Auch ich wünsche mir dringlich, dass unser Bäderquartier wieder belebt wird. Ich wünsche mir aber auch, dass die Bevölkerung/Steuerzahler ernst genommen und in den Prozess besser eingebunden werden, falls die Stadt sich nun doch noch vermehrt am Projekt beteiligen „darf“.

Bisher hatte der Stadtrat unsere Fragen und Einwände betreffend Grösse / Rentabilität / Besicherung / Verkehrserschliessung / etc. immer salopp abgetan mit der Bemerkung: "darauf haben wir keinen Einfluss, es ist das Projekt eines Privatinvestors". Nachdem nun auch dem (ehemals designierten) Privatinvestor (CS Real Estate Fund Hospitality) zweifel an der Rendite gekommen sind und er sich verabschiedet hat, hört man aus dem Stadthaus, dass "eine Beteiligung der Stadt möglich" sei. Hiergegen habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, da man insbesondere in Baden den Betrieb eines Thermalbades als "öffentliche Aufgabe" ansehen kann die es zu unterstützen gilt, falls es die finanziellen Verhältnisse zulassen. Dann gilt aber auch: "wer zahlt befielt"!

Nicht alles was man den Privatinvestoren nicht verwehren konnte finden alle Badener Einwohner gut. Wieso sollen die Badener heute etwas mitfinanzieren, das sie in der vorliegenden Form gar nie wirklich wollten? Als potentielle (Mit-)Investoren werden die Badener sich einbringen und ihr Risiko eingrenzen wollen. In der Konsequenz kann das heissen, dass das ganze Projekt redimensioniert oder komplett neu überarbeitet werden muss. Allenfalls können auch neue vertragliche "Auflagen" an die Verenahof AG nötig werden. Soviel Zeit muss sein! Auf die paar zusätzlichen Monate kommt es jetzt auch nicht mehr an.