Besichtigung der Sondermülldeponie Kölliken (SMDK)

Per Bahn und Privatautos reisten 34 Mitglieder der VP ABB zur Besichtigung der SMDK nach Kölliken. Die riesige Halle, es ist die grösste freitragende Halle der Schweiz, zieht die Blicke von der A1 aus oder von den vorbeifahrenden Zügen auf sich. Man könnte fast sagen, dass sie zum Wahrzeichen von Kölliken wurde. Mit den riesigen Stahlbögen sieht sie aus der Ferne noch sehr filigran aus. Ein Kunstwerk des Stahlbaus.

Herr dipl. Ing. Joseph Hochreuter erwartete uns schon im Info Pavillon. Mittels PowerPoint Präsentation erfuhren wir wissenswertes über die Deponie und deren Rückbau. Die Deponie war von 1978 – 1985 in Betrieb. Rund 457‘000 t aller Arten von Material wurde dort deponiert.

Nach der Einstellung der Deponie wurde ein Konsortium gegründet. An den Kosten sind der Kanton Zürich, die Stadt Zürich, die Basler Chemie und der Kanton Aargau in unterschiedlicher Höhe beteiligt. Allein für Sicherungsmassnahmen wurden von 1985 – 2003 rund 150 Mio. Fr. ausgegeben und für den Abbau 450 Mio. Fr. veranschlagt. Mit 280 Bohrungen in das Erdreich konnte der Verschmutzungsgrad des Grundwasserstroms ermittelt werden. In einem rund 600 m langen begehbaren Werkstollen wurden im Abstand von 4 m 129 Drainagebrunnen mit einem Durchmesser von 80 cm gebohrt und mit Filterrohren versehen. Für die Schmutz- und Abluftbehandlung wurden spezielle Anlagen erstellt.

Die Bauarbeiten für die Infrastruktureinrichtungen und der Hallenbau wurden im Februar 2005 aufgenommen. Der Rückbaubeginn der Deponie erfolgte im November 2007. Ende Oktober 2009 konnte die erste Rückbau-Etappe abgeschlossen werden. Insgesamt wurden dabei 158'000 t Material (Abdeckschicht, Deponiekörper und Deponiesohle) rückgebaut und entsorgt.

Nach diesen und noch viel mehr Fakten teilten wir uns in 2 Gruppen zur Besichtigung der Abbauhalle auf. Die Begehung dieses riesigen Geländes und der Anlagen, könnte man fast als mittlere Wanderung bezeichnen. So gelangten wir auf einer hohen Wendeltreppe hinunter in den Werkstollen, der sich 23 m tief unter der Strasse befand.

Am Ende des Stollens konnten die “Fiteren“ von uns wieder eine Wendeltreppe hinaufstei- gen, während die anderen den Lift nahmen. Wir kamen in den Raum wo die Abwasserreinigungsanlagen sich befinden. Das Wasser wird je nach Verschmutzungsgrad gereinigt. Darauf ging es über einen Steg über das Hallendach. Ein imposanter Ausblick auf die Umgebung und ganz besonders auf die Konstruktion des Hallendachs. Die Hallenbögen sind jeweils 175 m lang. Die ganze Konstruktion wurde in Ostdeutschland hergestellt und per Spezialtransport angeliefert. Die Halle selber ist 40‘000 m2 gross. Da in der Abbauhalle ein Vakuum besteht, zieht dieses auf das Hallendach und die enormen Kräfte müssen von den Trägerbögen mittels Seilen aufgenommen werden. Das Hallendach ist so ausgelegt, dass es eine Schneelast von 70 cm aushält. Danach kamen wir in den Raum, wo man durch Fenster der Abbautätigkeit folgen konnte. Die Bagger und die anderen Fahrzeuge die sich in der Halle befinden, haben alle luftdichte Kabinen. An Dockingstationen können die Arbeiter ein- und aussteigen.

Per Videofilm konnten wir einsehen, wie Probeentnahmen vom Abbaumaterial genommen und anschliessend analysiert werden.
So kann das Material schon vorsortiert in die entsprechenden Mulden abgelegt werden. Je nach Art des Materials werden die Lieferungen per Bahn oder Lastwägen an die entsprechenden Recyclingfirmen angeliefert.
Es wird geschätzt, dass der gesamte Rückbau noch bis ca. 2023 – 2025 dauern wird.
Wir danken unseren Führern ganz herzlich für die interessanten Informationen, ebenso der SMDK für die Möglichkeit der Besichtigung. Im Gasthaus Bären in Kölliken nahmen wir noch einen Zvieri zu uns, bevor wir per Bahn und Privatauto wieder die Heimreise antraten. Hsch