Obwohl das Volk schon mehrmals und klar die Einheitskasse abgelehnt habe, nehme der Hang zum staatlichen Zentralismus in der Krankenversicherung chronische Züge an. Gemäss Dieter Boesch, Chef der Kranken- und Unfallversicherung Aquilana in Baden, gehe deshalb der Kampf gegen die teilweise unsinnige Bürokratie unablässig weiter. Dies sagte er an der 123. Generalversammlung im Wettinger Tägi, an der rund 500 Mitglieder und Gäste teilnahmen.

«Es läuft viel in unserer Branche, doch nicht immer in die richtige Richtung!», dieses Fazit zog Dieter Boesch in seiner kritischen Gesamtbetrachtung. Insbesondere viele Auswirkungen des neuen Krankenversicherungs-Aufsichtsgesetzes (KVAG) seien zu hinterfragen. Geht es um mehr Transparenz oder um noch stärkere Aufsicht durch die Behörden in Bern? So werden die Versicherer genötigt, zusätzlich viele Berichte etwa über Kontrollen, Berichterstattung oder interne Revision abzuliefern, und von den Verwaltungsräten und GL-Mitgliedern müssen künftig die Lebensläufe abgeliefert werden. «Durch diese Massnahmen wird die Bundesaufsicht weder professioneller noch effizienter. Wo bleibt der Mehrwert für die Versicherten?», fragt Boesch.

Aquilana ist befugt, diese Fragen zu stellen, denn der Badener Kranken- und Unfallversicherer weist seit Jahren ein stabiles Wachstum aus. Ausserdem erhielt Aquilana vom Onlineportal comparis.ch zum drittenmal in Folge die Note 5,5 für Kundenzufriedenheit, branchenweit ein einmaliger Erfolg.

Aquilana wieder im Plus

Die 123. GV im Wettinger «Tägi» vom vergangenen Freitag verlief ruhig. Die ordentlichen Traktanden wurden von den rund 500 Mitgliedern und Gästen durchgewinkt. Der Badener Kranken- und Unfallversicherer Aquilana weist für 2015 wieder schwarze Zahlen aus. Zwar sind die Kosten erneut deutlich gestiegen, doch höhere Prämieneinnahmen und rentable Finanzanlagen tragen zum positiven Resultat bei. Die Versichertenzahl von 44'000 Personen per 1. Januar 2016 ist stabil geblieben. Die Prämieneinnahmen betragen 181 Millionen. Mit tiefen Verwaltungskosten und höheren Rückstellungen ist das Unternehmen auf Kurs.