Vor 41 Jahren besuchte der Gründer von LivingEducation und Badener Einwohnerrat, Yahya Hassan Bajwa, das internationale Institut Montana auf dem Zugerberg. Fritz Wanner jun. und die meisten anderen Mitglieder des Montana Clubs Baden folgten ihm Jahre später. In der Linde wurden rund 30 geladene Gäste durch die vorzügliche Küche des bekannten Hotels verwöhnt – diesmal für einen guten Zweck. Freunde und Bekannte trafen sich, um die Mädchen- und Frauenprojekte in Pakistan finanziell zu unterstützen.

Als 14-jähriger hatte Bajwa auf dem Zugerberg die Vision, für die Ärmsten Schulen aufzubauen – mit 40 hat er sie mit Gleichgesinnten umgesetzt. Seit bald 11 Jahren kämpft der gemeinnützige Badener Verein LivingEducation für die Bildung von Mädchen in den zwei Internatsschulen – der Swiss School und dem Swiss College, die von rund 235 Mädchen besucht werden. Das Menschenrechtsbüro mit Schutzhaus bietet Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten Schutz vor Ehrenmord, Ehestreit, Auseinandersetzungen bei Scheidungsfragen oder Erbstreit. Alle Angebote und der Unterhalt in den Schulen und dem Schutzhaus sind für die Mädchen und Frauen kostenlos.

Keine einfache Sache – werden doch immer wieder Bajwa und andere Mitarbeiter von wütenden Ehemännern – oder wie man dort sagt: „Besitzern“ – bedroht, angezeigt und angeklagt. Aber Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei. So kam es vor, dass Gegner einem Richter eine halbe Million Rupien – das sind rund CHF 4500 –bezahlt haben, damit der Gründer der Projekte für längere Zeit hinter Gitter kommt. Mit Glück kam es dann doch nicht so weit.

LivingEducation setzt sich für Christinnen und muslimische Frauen ein, damit sie ihre Zukunft selber in die Hand nehmen können. Das passt nicht allen Leuten! Gleich mehrfach stösst man da an die gesellschaftliche Grenze: 1. Weil man sich für Mädchenbildung und Frauenrechte einsetzt; 2. Weil LivingEducation sich um die Ärmsten kümmert; 3. weil Christen und andere religiöse Minderheiten in Pakistan immer wieder Verfolgungen ausgesetzt sind.

Stadtamman Geri Müller meinte bei seiner Eröffnungsrede, dass es in Baden verschiedene Personen gibt, die sich weltweit für Menschen einsetzen. Daher freut es ihn, wenn an diesem Abend eine solche Organisation tatkräftig unterstützt wird.

Es wurden rund CHF 3200.- gesammelt, weitere CHF 245.- erbrachte der Verkauf von Taschen von LivTar – ein Co-Projekt von Frauen aus Pakistan und Bangladesch (LivingEducation und Tarango). Die grosse Summe von CHF 20'000.- wurde von einer Aargauer Stiftung der Schule zugesprochen. Fritz Wanner jun. meinte: „Ein solcher Anlass wird auf jeden Fall wiederholt“ und bedankte sich im Namen von LivingEducation für die Spendefreudigkeit. Weitere Informationen unter: www.LivingEducation.org

Dr yahya hassan bajw