Der Entwicklungsrichtplan (ERP) für Baden Nord soll nach neun Jahren an neue Gegebenheiten angepasst werden. Die hauptsächlichen Gründe dafür sind erfreuliche: Auf Grund der positiven Wirtschaftsentwicklung haben vor allem die ABB-Gesellschaften und die ALSTOM wesentlich grösseren Raumbedarf als in den vorangegangenen Planungen vorgesehen war. Wir hoffen, daran ändere sich auch nach den jüngsten Entwicklungen der Wirtschaftslage nichts Wesentliches!

Die SP Baden kann grundsätzlich hinter der ERP-Revision stehen, trotzdem möchten wir zu einigen Themen Anliegen einbringen:
Die mittels zwei Hochhäusern angestrebte Verdichtung setzt markante städtebauliche Eckpunkte in Baden Nord. Diese Absicht begrüssen wir ebenso wie die Pflicht zu Architekturwettbewerben dafür. Wir erachten diese aber auch für die Erweiterung der Halle 36-38 und die weiteren Neubauten inklusive Wohnbauten notwendig. Die meistens hohe architektonische Qualität der Bauten in Baden Nord soll mittels Konkurrenzverfahren gesichert werden.

Die Änderung des Wohnanteils von 25% auf 100'000 m2 können wir akzeptieren, hingegen finden wir, die zum Wohnanteil zu rechnende BGF von Beherberbungsbetrieben müsse begrenzt werden.
Die Formulierungen zu „Parkierung und Mobilität" erachten wir als zuwenig griffig. Durch die (gewünschte) erweiterte Nutzung in Baden Nord entsteht Mehrverkehr. Zusammen mit den noch nicht realisierten Wohnüberbauungen an der Römerstrasse, den neuen Arbeitsplätzen in Baden Nord und der geplanten Nutzungsverdichtung im Bäderquartier (Bädernutzung wie Wohnen) ergeben sich für die heute bereits stark belasteten Verkehrsknoten Hasel-/Bruggerstrasse und Römer-/Bruggerstrasse eine weitere Verkehrszunahmen. Daher ist die in Aussicht gestellte Anzahl an Parkplätzen in Baden Nord zu reduzieren. In Baden Nord ist mit den Firmen ABB und Alstom ein griffigeres Massnahmenpaket zur Verlagerung des Verkehrs auf den Öffentlichen Verkehr und den umweltfreundlichen Langsamverkehr zu vereinbaren. Grundsätzlich sollte die Mobilitätsberatung von „badenmobil" für Firmen ab 50 Personen ein Muss sein! Nur so kann dieses innovative Instrument seinen Nutzen erfüllen. Die SP regt zudem an, dass Baden und die Region ein Verkehrsmodell aufbaut, in welchem sich die Aus-wirkungen solcher Verdichtungen auf die Verkehrserzeugung darstellen lässt.

Die neue Fahrrad und Fussgängerverbindung entlang der Geleise zum Hochhaus Ost erachten wir als gute Idee. Dafür vermissen wir Aussagen zur Fussverbindung Verenaäcker-Areal A2. Diese Verbindung müsste unbedingt aufgewertet und auch für Velos attraktiv gestaltet werden!


Bei den Themen Energie und Mobilität vermissen wir allerdings neue Ideen. Baden als „energiestadt" mit Goldlabel und die ABB würden diese eigentlich implizieren. Deshalb sind wir der Auffassung, der ERP müsste so angepasst werden, dass sämtliche Neu- und Umbauten dem MINERGIE-Standard zu entsprechen haben. Ein neues Wohnhaus entlang der Römerstrasse auf dem Areal C1 soll mit seiner Ausrichtung nach Süden MINERGIE-P erreichen und als autofreies Wohnprojekt gestaltet werden. So können die Mehrkosten für MINERGIE-P durch die Minderkosten der nicht zu erstellenden Parkplätze ausgeglichen werden und das Verkehrsaufkommen auf der Römerstrasse kann reduziert werden. Die SP Baden wird sich im Lauf des weiteren Schritte im Rahmen dieser ERP-Revision weiterhin für diese Anliegen einsetzen.

Für die SP Baden: Beni Knecht, Dominik Frei, Jan Cervenka