Ich bin davon überzeugt, dass die für alle fairste Lösung des Gesundheitsversicherungsdesasters darin besteht, analog etwa zur einkommensabhängig erhobenen AHV, welche das Überleben der Ärmsten sichert, bei fast allen aber durch eine 2. und / oder 3. Säule ergänzt wird, als obligatorische Grundversicherung eine via Steuern einkommensabhängig finanzierte Einheitskasse zu schaffen, die das Überleben der Ärmsten sichert und deren Leistungskatalog deshalb von jeglichem für das einigermassen humane (Über)leben nicht Notwendigen befreit werden muss (z. B. keine un- respektive wenig wirksamen Alternativ- und Wohlfühlbehandlungen, Herzoperationen nur in einem Zentrum, etc.). In diesem System könnten dann viele (vielleicht 80-90%), die es bei der heutigen Luxusgrundversicherung nicht für notwendig halten (ca. 25%), sich in der einen oder anderen Form zusatzversichern, beispielsweise zumindest so, wie es der aktuellen Grundversicherung entspräche. Dies wäre letztlich auch im Interesse der Krankenkassen, die in der Grundversicherung gemäss KVG nichts gewinnen sondern eigentlich bloss verlieren können und dafür viel mehr Kunden im für sie lukrativen Zusatzversicherungsmarkt hätten.

Würden die Subventionen der Kantone (ca. 55% der Gesundheitskosten) wegfallen und die Kosten somit zu 100% von den Krankenkassen getragen, könnte die Bürokratie zusätzlich vereinfacht und dem Bürger die Kostenwahrheit transparenter gemacht werden.

Zur Rettung der ambulanten individuellen Medizin müsste zudem der unethisch hohe Privathonorarkuchen der stationären Medizin mit der ambulanten Medizin (Hausärzte und nicht operativ / invasiv tätige Spezialisten) geteilt werden.

Schliesslich wäre es wünschenswert, dass diejenigen, welche am meisten vom Gesundheitswesen verstehen, nämlich die praktisch tätigen ÄrztInnen und die chronisch kranken PatientInnen, in der politischen Konzeption des Gesundheitswesens vielmehr involviert wären als, hierüber, wenig wissende JuristInnen (u.a. Chef BAG[sic]) und sonstige BürokratInnen. Beispielsweise würde es mich interesieren, wie das Hausarztmodell quasi zum Obligatorium erklärt werden soll, wenn es ja schon heute zuwenige HausärztInnen gibt.

Die „Rechten“ haben recht wenn Sie die Reduktion des Leistungskataloges der Grundversicherung fordern. Die "Linken" haben recht wenn sie die Einheitskasse in der Grundversicherung fordern. Wie (fast) immer liegt das Optimum in etwa in der vernünftigen Mitte. Könnten sich beide Seiten endlich zusammenraufen, wäre die Lösung des unglaublich komplex erscheinenden Problems unglaublich einfach!