Die Gebäude der katholischen Kirche wurden immer wieder modernisiert. Südlich der Kirche schien die Sebastianskapelle eine Ablagekammer für Vereine zu werden. Seit Musiker im 21. Jahrhundert dieses Kleinod entdeckt hatten, wird sie gefüllt mit Tönen, die aufhorchen lassen.

So erlebten wir einen Abend  voller Spannungen beim Konzert des Ensemble Spektrum mit Musik von Günther Raphael, einem Komponisten, der trotz Berufsverbot viele Kammermusikwerke hinterliess. Das Trio mit Klarinette, Violoncello und Klavier versetzte die Zuhörer in beste Stimmung. Die Entensonate für Klavier und Klarinette war ganz einfach unterhaltend,  Kinder hätten Spass an diesem Werk. „Nicht für die Katz - für eine Ente schrieb ich diesen Satz“ , schrieb Günter Raphael dazu. Klarinettist Marc Bätscher spielte lebendig und facettenreich und wurde begleitet vom Ennetbadener Pianisten Jason Paul Peterson, der durch seine Rezitals hier bereits begeisterte.

Einen ganz besonderen Charme hatte die Musik vom tschechischen Komponisten  Erwin Schulhoff, gespielt von den Streicherinnen Dominique Gisler (Violine) und Ursula Hächler (Violoncello). Diese vielen Flageolett-Töne  liessen aufhorchen. Das Spektrum der Klangfarben wird erweitert. Von sphärischer Musik bis zum Zingarese, alles meisterten die Spielerinnen hervorragend. Das Klaviertrio von Fanny Hensel (geb. Mendelssohn) war eines ihrer letzten Werke. Es wird kaum aufgeführt, denn immer scheinen Felix Mendelssohns Kammermusikwerke bevorzugt zu werden. Gut ist es, wenn die jüngere Generation sich auch dieser Werke annimmt. Und vielleicht werden sie solche Musik neu auf CD einspielen. Dominique Gisler, Ursula Hächler und Jason Paul Peterson freuten sich, dass dieses Klaviertrio so begeistert aufgenommen wurde beim Publikum.

Dieser Abend war abwechslungsreich. Viele Tonfacetten, Spielfreudigkeit, gutes Zusammenspiel: von gedruckten Lebesläufen der Komponisten bis zur Darbietung im Konzertraum „Sebastianskapelle Baden“. Den Applaus haben die Künstler des Ensemble Spektrums verdient.

M.H.